Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Agrarminister fordern Verzicht auf Gentechnikfutter

Geflügelwirtschaft Agrarminister fordern Verzicht auf Gentechnikfutter

Die deutsche Geflügelbranche will nicht mehr garantieren, dass bei Puten, Hühnern und Enten kein gentechnisch verändertes Futter in den Napf kommt. Niedersachsen und NRW schlagen nun Alarm.

Voriger Artikel
Und auf Platz 20 - Aygül Özkan
Nächster Artikel
FDP wählt Birkner erneut zum Landesvorsitzenden

Die grünen Agrarminister von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fordern von der Geflügelwirtschaft einen weiteren Verzicht auf gentechnisch verändertes Futter.

Quelle: dpa

Hannover . Die grünen Agrarminister von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fordern von der Geflügelwirtschaft einen weiteren Verzicht auf gentechnisch verändertes Futter. Der angekündigte Rückzug sei ein Schritt in die falsche Richtung, kritisierten die Minister Christian Meyer und Johannes Remmel in einem Schreiben an den Präsidenten des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Leo Graf von Drechsel. Die Unternehmer hatten im Februar ihren Rückzug aus der gentechnikfreien Fütterung angekündigt.

Minister Meyer sagte der Deutschen Presse-Agentur in Hannover, die Wirtschaft behaupte, der Kostendruck sei massiv gestiegen. „Aus unserer Sicht ist aber weiterhin genügend gentechnikfreies Soja auf dem Markt.“ Dieser Schritt trage zudem massiv zur Verunsicherung der Verbraucher bei. „Der weit überwiegende Teil der Menschen in Deutschland ist gegen Gentechnik in der Landwirtschaft.“

Das Thema soll auch bei der Agrarministerkonferenz Anfang April in Cottbus zur Sprache kommen. Obwohl der Brief bereits einige Wochen bei Präsident von Drechsel auf dem Tisch liege, habe dieser noch nicht reagiert, kritisierte Meyer. Ein Sprecher des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft sagte: „Wir können das Versprechen nach gentechnikfreier Fütterung dem Verbraucher gegenüber nicht länger geben.“ Die Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden. Es gehe allein darum, ob gewährleistet werden könne, dass kontinuierlich einwandfreies Soja zur Verfügung stehe. Das sei im Moment nicht mehr möglich.

Die Kritik der beiden Minister geht aber noch weiter, denn die Produktion von gentechnikfreien Lebensmitteln ist aus ihrer Sicht für die Landwirte in Europa und in Deutschland ein wichtiger Marktvorteil, der geschützt werden muss. Sollte sich der Verzicht auf gentechnikmanipuliertes Futter nicht verbindlich umsetzen lassen, sei es unverzichtbar, die Lebensmittel so auch zu kennzeichnen, forderte Meyer. Die Bundesregierung müsse sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, dass gentechnisch verändertes Futtermittel künftig entsprechend gekennzeichnet werde. „Die Verbraucher haben ein Recht darauf, frei zu entscheiden, ob sie Lebensmittel von Tieren konsumieren möchten, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln hergestellt wurden.“

Auch die Grünen im EU-Parlament fordern die bessere Kennzeichnung der Lebensmittel. Nach Worten ihres agrarpolitischen Sprechers Martin Häusling ist die Verfügbarkeit von gentechnisch-freiem Soja sogar gestiegen. „Das bestätigen die Hersteller in Brasilien und der Landhandel in Europa. Damit wird der Verbraucher erneut zum Betrogenen.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen
Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.