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Althusmann darf Doktortitel behalten

Geschlampt, nicht getäuscht Althusmann darf Doktortitel behalten

Niedersachsens Kultusminister Althusmann übersteht die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit unbeschadet. Die Universität Potsdam kommt zu dem Schluss, dass der CDU-Politiker zwar schlampig zitiert, aber nicht getäuscht hat.

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Althusmann darf Doktortitel behalten.

Quelle: dpa

Hannover/Potsdam. Die Plagiatsaffäre um die Dissertation von Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann endet mit einem Freispruch für den CDU-Politiker. Die Vorwürfe gegen Althusmann seien nicht belegt, teilte die Universität Potsdam am Donnerstag mit. Zwar enthalte die Arbeit eine Vielzahl formaler Mängel, eine Täuschung sei dem Kultusminister aber nicht vorzuwerfen, erklärte der Vorsitzende der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, Tobias Lettl. So habe Althusmann nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Den Beschluss fasste das Expertengremium einstimmig.

Der Betriebswirt hatte seine 2007 eingereichte Dissertation über Prozesse in der öffentlichen Verwaltung neben seiner politischen Arbeit als Landtagsabgeordneter verfasst. Die Arbeit war mit der schlechtesten Note „rite“ (genügend) bewertet worden. Anders als andere ranghohe Politiker wie Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), die als Abschreiber überführt wurden, übersteht Althusmann die Affäre damit unbeschadet. Er steht als schlampiger Wissenschaftler, aber nicht als Betrüger da.

Der Schummel-Verdacht gegen den Minister war im Juli durch einen Zeitungsbericht öffentlich geworden. Anonyme Plagiatsjäger warfen Althusmann vor, in der Arbeit fremde Gedanken als eigene ausgegeben zu haben. Der derzeitige Präsident der Kultusministerkonferenz räumte daraufhin handwerkliche Fehler beim Zitieren ein, bestritt aber stets eine bewusste Täuschung.

Die Uni Potsdam übte am Donnerstag auch Selbstkritik. Zu den Schwächen der Arbeit sagte der Vorsitzende der Kommission: „Insgesamt handelt es sich um Mängel von erheblichen Gewicht. Zu ihrer Vermeidung hätten die Gutachter die Dissertation genauer prüfen und weitere Maßnahmen ergreifen müssen, zumal diese Verstöße zumindest teilweise ohne weiteres erkennbar waren.“ Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Hochschule will aus der Affäre lernen und Doktoranwärter bei der Promotion künftig besser betreuen.

Der Chef des Experten-Gremiums, Tobias Lettl, informierte Althusmann erst am Donnerstag telefonisch über die Ergebnisse. Die CDU- und FDP-Fraktionen im niedersächsischen Landtag forderten daraufhin eine Entschuldigung der Opposition. SPD, Grüne und Linke sehen aber immer noch den Ruf des Ministers beschädigt. Er gebe ein schlechtes Vorbild für Lehrer und Schüler ab.

dpa

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