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Althusmann will beim Schul-TÜV nachbessern

Schulleitungsverband Althusmann will beim Schul-TÜV nachbessern

Die Schule der Zukunft muss mehr als bisher leisten - über diese Herausforderungen debattierten am Mittwoch rund 800 niedersächsische Schulleiter. Erstmals war bei ihnen der neue Kultusminister zu Gast - er überraschte unter anderem mit Kritik an zu viel Hausaufgaben.

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„Ich habe nicht vor, die Schulinspektion ganz abzuschaffen": Kultusminister Bernd Althusmann.

Quelle: Heusel

Nach nur fünf Jahren hat der Schul-TÜV in Niedersachsen nach dem bisher bekannten Muster ausgedient. Zwar sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) am Mittwoch vor rund 800 Direktoren in Celle : „Ich habe nicht vor, die Schulinspektion ganz abzuschaffen“. Die Qualitätsüberprüfung werde aber verändert und geschärft werden und solle sich künftig in erster Linie auf Unterrichtsstrukturen konzentrieren. „Wir werden die letzten 500 Schulen aber noch nach dem alten Muster inspizieren“, sagte der Minister bei seinem ersten Besuch bei einer Tagung des niedersächsischen Schulleitungsverbandes.

Zuvor hatte die bisherige Verbandsvorsitzende Helga Akkermann vor einer „schleichenden Verstümmelung“ der Inspektionen gewarnt. „Die Gefahr des Rückschritts sehe ich deutlich“, betonte sie. Zwar sei die Qualitätskontrolle manchen Schulleitern auch lästig, generell habe der TÜV aber viel Gutes in die Schulen gebracht.

Auf die Bremse tritt der Kultusminister auch bei der Integration von behinderten Kindern in normale Schulen - „Inklusion“ ist das Fachwort für diese Unterrichtsform, die nach den Vorgaben der UN langfristig überall in Deutschland eingeführt werden muss. Bisher werden Schüler mit Beeinträchtigungen zumeist in Förderschulen unterrichtet. Mit der Inklusion sollte es ursprünglich bereits im kommenden Jahr losgehen. Minister Althusmann kündigte jedoch an, er wolle die Schulen darauf lieber intensiver vorbereiten und dafür den Start verschieben.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass bei dem Thema noch viele Fragen ungeklärt sind. So sagte Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD), die wenigsten Schulen seien bisher behindertengerecht gebaut worden. Während Mende hier das Land in der Pflicht sieht, Geld für Umbaumaßnahmen in die Hand zu nehmen, konterte Minister Althusmann umgehend, die Kommunen dürften sich dabei nicht aus der Verantwortung stehlen.

Auch über das Dauerreizthema Schulstruktur wurde bei der Tagung der Direktoren debattiert - konkret geht es darum, ob es weiterhin Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien nebeneinander geben soll. „Ein Zwei-Säulen-System wäre kompromissfähig. Beide Säulen müssen aber durchlässig sein“, sagte Verbandschefin Akkermann.

Minister Althusmann kündigte an, die Arbeitsgruppe des Ministeriums zur Schulstruktur werde mehrere Vorschläge vorlegen, wie auf die drastisch zurückgehenden Schülerzahlen und die sinkende Beliebtheit der Hauptschulen reagiert werden könne. Die Schule der Zukunft werde im Kern eine Ganztagsschule sein - mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung.

Ziel bei so einem Modell muss aus Sicht des Ministers auch sein, das komplette Lernpensum im Ganztagsbetrieb zu schaffen. Anschließend zu Hause noch einmal von 17 bis 21 Uhr Hausaufgaben zu erledigen, das sei für Schüler kaum zu schaffen, sagte Althusmann - beeilte sich aber zu betonen, er wolle Hausaufgaben auch nicht ganz abschaffen.

Den Direktoren versprach der Minister abschließend, im kommenden Sommer werde es für sie endlich die seit sieben Jahren versprochene neue Arbeitszeitregelung mit einer linearen Entlastung von der Unterrichtsverpflichtung geben. Verbandschefin Akkermann sagte, nun werde mit Spannung erwartet, was das jeweils im Einzelnen bedeute.

Nach acht Jahren an der Spitze des Schulleitungsverbandes gab die Direktorin der KGS Sehnde ihr Amt in Celle ab. Als Nachfolger stellte sich Thorsten Frenzel-Früh von der Goetheschule in Barsinghausen zur Verfügung.

dpa

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