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Niedersachsen Kostenlose Schülertickets bleiben Hauptforderung
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23:35 01.03.2018
André Brinkmann ist der neue Vorsitzende des Landesschülerrates. Quelle: Villegas
Hannover

 Den Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat der neue Vorsitzende des Landesschülerrats, André Brinkmann (25), noch nicht getroffen. Aber der angehende Erzieher aus Wolfsburg freut sich schon drauf.  Auch auf die Gespräche mit den Schulexperten der Fraktionen. „Es ist schon cool, die Politiker, die man aus dem Fernsehen oder Radio kennt, live zu treffen.“ Anders als einige seiner Vorgnger gehört er keiner Partei an. „Mit Politik hatte ich bislang nicht viel am Hut.“ 

Seinen ersten Auftritt im Kultusauschuss des Landes bei der Anhörung zum Schulgesetz hat Brinkmann gekonnt absolviert. Redegewandt ist er. In der Schülervertretung hat er sich schon früher engagiert. Der junge Mann, der in Sarstedt (Kreis Hildesheim) seinen Realschulabschluss gemacht hat und dann zur Fachoberschule gegangen ist, löst Birhat Kaçar ab. Kostenlose Schülerbeförderung auch für ältere Schüler ab 16, die die Oberstufe oder Berufsbildende Schulen besuchen, bleibt für den Landesschülerrat das wichtigste Thema. „Bildung darf nichts kosten“, sagt Brinkmann. Am liebsten wären ihm komplett kostenlose Schülertickets, einen Eigenanteil, wie in die Große Koalition vorsieht, sieht er skeptisch. „Wie hoch soll der sein? Wieviel kann beispielweise die alleinerziehende Mutter bezahlen?“ Auch die Lernmittelfreiheit müsse in Niedersachsen endlich eingeführt werden.

Schüler sollten laut ihre Stimme erheben, sagt der 25-Jährige: „Man kann mit uns nicht machen, was man will.“ Es sei schön, dass die Landesregierung 1000 neue Lehrer einstellen will, aber bei 3000 Schulen im Land bedeute das, dass nur jede dritte Schule einen Pädagogen zusätzlich bekomme. Ebenso wichtig sei es, die Studienbedingungen für angehende Lehrer anzupassen, meint er. Warum müsse ein Mathematiklehrer an Grundschulen das Gleiche lernen wie ein Mathematiker, der in die Forschung gehen wolle?

Auch bei der Digitalisierung sei Deutschland längst nicht weit genug, mahnt Brinkann. „Es gibt immer noch Schulen, die haben nur Kreidetafeln.“ Mit Whiteboards und WLAN sei es aber nicht getan, es müsse auch ein Umdenken in der Didaktik geben.

Von Saskia Döhner

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