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„Rückholung“ des Atommülls

Anlieger: Müll soll schnell aus der Asse raus

Von Michael B. Berger

Bürgerinitiativen befürchten, dass die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigte „Rückholung“ des Atommülls aus der Asse nicht zustande kommt, sondern aus Kostengründen verhindert wird.
© ap (Archiv)

„Wir empfangen widersprüchliche Signale vom Bundesumweltministerium und vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)“, sagte Heike Wiegel vom Asse-Koordinationskreis: „Vieles lässt den Verdacht zu, dass das Rad doch noch einmal zurückgedreht wird und die angekündigte Rückholung wieder zurückgenommen wird.“

In der Asse liegen 126.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiven Mülls – in einem Bergwerk, das in zehn Jahren einstürzen könnte. Am 15. Januar hatte das Bundesumweltministerium überraschend verkündet, das marode Atommülllager nicht zu fluten, sondern die „Rückholung“ des Mülls durchführen zu wollen. Allerdings sollten zuvor ausgewählte Kammern und Fässer untersucht werden. Die Bürgerinitiativen befürchten nun, dass dadurch wertvolle Zeit verloren geht. Diese könne man angesichts der Einsturzgefahr der Asse anders nutzen. „Ich halte das BfS als Betreiber für überfordert, weil es mit der Sanierung einer solchen Anlage überhaupt keine Erfahrungen hat“, meinte Ingenieur Frank Hoffmann vom Asse-Koordinationskreis. Der Betreiber müsse sich von außen Expertise einholen, die verschiedenen Genehmigungsbehörden müssten in einer Projektgruppe gebündelt werden. Geologe Ralf Krupp hält die für den Notfall geplante Flutung der Asse für gefährlich, weil schon bald kontaminierte Lösungen an die Oberfläche kommen könnten. „Wenn die Dinge so weiterlaufen, wie sie laufen, werden wir kein Fass aus der Asse herausbekommen“, hieß es.

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