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Niedersachsen Verdächtiger plante Anschlag auf Polizei und Soldaten
Nachrichten Politik Niedersachsen Verdächtiger plante Anschlag auf Polizei und Soldaten
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21:21 23.02.2017
In dieser Wohnung wurde der Terrorverdächtige festgenommen. Quelle: dpa
Northeim

Die Polizei hat in Northeim einen 26 Jahre alten Salafisten festgenommen, der offenbar kurz davor stand, einen Terroranschlag zu verüben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Celle hatte sich der Mann Bauteile für eine Bombe beschafft, mit der er Polizisten oder Soldaten töten wollte.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien Chemikalien entdeckt worden, die für die Herstellung von Sprengsätzen benötigt würden, teilten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Dem Northeimer wird deshalb auch das unerlaubte Hantieren mit explosiven Stoffen wie Acetonperoxid vorgeworfen. Zudem habe man elektronische Bauteile für eine Fernzündung gefunden, hieß es. In einer ersten Vernehmung habe der Mann zugegeben, dass er Polizeibeamte oder Soldaten in eine Falle locken und mit dem selbst gebauten Sprengsatz töten wollte.

Der Mann sei am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt worden und befinde sich seitdem in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt in Rosdorf (Kreis Göttingen), erklärten die Behörden. Bei dem 26-Jährigen handelt es sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Bernd Kolkmeier um einen Deutschen ohne Migrationshintergrund. Kontakte zu salafistischen Zentren in der Region wie dem Deutschsprachigen Islamkreis (DIK) in Hildesheim konnte Kolkmeier zunächst nicht bestätigen: „Das müssen die Ermittlungen erweisen.“ Auch Hinweise auf Mitwisser gebe es nicht. Nach Ansicht der Polizei gibt es in Northeim keine radikal-salafistische Szene.

Auch ein Zusammenhang zu den beiden Gefährdern aus Göttingen, die am 9.  Februar in Gewahrsam genommen wurden, bestehe nach derzeitigen Erkenntnissen nicht. Der Fall hatte in den vergangenen Tagen für Irritationen gesorgt: Die Polizei hatte nach Durchsuchungen von einer unmittelbaren Anschlagsgefahr gesprochen, während die für Terrorverfahren zuständige Generalstaatsanwaltschaft nicht genügend Anhaltspunkte für Ermittlungen sah.

Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser (parteilos) zeigte sich schockiert. Die Festnahme des 26-Jährigen beschrieben die 
Behörden als gemeinsamen Erfolg: „Die enge Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft Celle war wesentliche Grundlage für den Erfolg“, sagte Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig. Auch Oberstaatsanwalt Kolkmeier betonte, dass man den Terror konsequent und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolge. Innenminister Boris Pistorius (SPD) bezeichnete die Festnahme als wichtigen Schlag gegen den Dschihadismus: „Wir haben es mit extrem dynamischen Entwicklungen im Bereich des islamistischen Terrorismus zu tun. Die Verläufe einer anfänglichen Radikalisierung hin bis zur Durchführung eines Anschlages werden immer kürzer“, sagte der Minister.     

Von Heiko Randermann

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