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Niedersachsen Arbeitslose verstehen Post vom Jobcenter nicht
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00:20 09.08.2015
Die Beratungsstellen sollen eine Art Übersetzunghilfe für die oft juristisch komplizierten Texte der Arbeitsämter bieten, sich aber auch in Beratungsgesprächen um die menschlichen Aspekte kümmern. Quelle: dpa
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Hannover

„Viele Menschen verstehen die Bescheide der Jobcenter nicht. Das kann zu Missverständnissen und Unmut auf beiden Seiten führen und bringt Hilfeempfängerinnen und -empfänger im Extremfall in existenzielle Schwierigkeiten“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt. Die Beratungsstellen sollen eine Art Übersetzunghilfe für die oft juristisch komplizierten Texte der Arbeitsämter bieten, sich aber auch in Beratungsgesprächen um die menschlichen Aspekte kümmern. „Mit unserer Initiative schließen wir eine wichtige Lücke zwischen den Jobcentern und den Erwerbslosen“, sagte Rundt.

Aber muss man wirklich eine Behörde gründen, um die Mängel einer anderen Behörde zu beheben? FDP-Fraktionsvize Jörg Bode hält das für Unsinn: „Das wird ein Perpetuum mobile: Was machen wir, wenn die neue Behörde auch die Sprache der Erwerbslosen nicht trifft? Gründen wir dann eine dritte Behörde, um die Sprache der zweiten Behörde zu übersetzen?“, fragt der ehemalige Wirtschaftsminister. Sinnvoller sei, die Sprache der Arbeitsagentur-Bescheide zu überarbeiten und die Sprechfähigkeit der Mitarbeiter zu verbessern. „Der Sinn der Beratungsstellen erschließt sich mir überhaupt nicht“, sagte Bode.

Jobcenter mit Personal sehr knapp ausgestattet

Ministerin Rundt verteidigt das neue Angebot: Die Jobcenter seien mit Personal sehr knapp ausgestattet und hätten für diese Form der Beratung keine Zeit, argumentiert Rundt. Es wäre natürlich sehr zu begrüßen, wenn der Bund mehr Geld in die Hand nähme, um die Jobcenter besser auszustatten.

Letztlich könne damit auch Geld gespart werden: Die unabhängige Beratung könne kostspielige und langwierige Prozesse zwischen den Erwerbslosen und der Behörde vermeiden helfen. Ziel des Sozialministeriums sei es, in Niedersachsen ein flächendeckendes Netz an Beratungsstellen einzurichten. Die Förderung ist zunächst bis zum Jahr 2019 eingeplant.

Einige der Beratungsstellen gibt es bereits, sie arbeiten ehrenamtlich und werden teilweise von Kommunen unterstützt. Die Ministerin hofft, dass diese sich jetzt nicht aus der Finanzierung zurückziehen.

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