„Aus Schreiben der AEG an den damaligen Betreiber der Asse, die Gesellschaft für Strahlenschutz (GFS), geht eindeutig vor, dass in die Asse atomarer Müll eingelagert worden ist – und zwischen 1967 und 1975 sogar ganz ohne Gebühren, weil es sich ja angeblich um ein Forschungsberkwerk handele“, sagte Gabriel am Freitagabend dieser Zeitung. Erst zwischen 1976 und 1978 seien für die Einlagerung schwachradioaktiven Mülls insgesamt 900 000 Mark (450 000 Euro) eingenommen worden, sagte Gabriel: „Dabei kostet die Sanierung jetzt mindestens zwei Milliarden Euro.“
Briefwechsel belegten, dass die AEG für seine Kunden schon 1969 die Bestätigung gefordert habe, dass die Asse als Endlager für schwachradioaktiven Atommüll genutzt werden kann. Die GSF habe erklärt, dass man pro Jahr 300 Fässer problemlos abnehmen könne. Die Kosten könnten zwar noch nicht verbindlich mitgeteilt werden. „Wir schätzen jedoch, dass die Kosten sich pro 200-Liter-Fass um DM 100 bewegen werden“, heißt es in dem Schriftwechsel, der in Durchschriften auch an das Bundesforschungsministerium gegangen sei und jetzt im Bundesumweltministerium geprüft wird.
Der Briefwechsel widerlege Behauptungen der Energiewirtschaft, die Asse sei eine rein staatliche Angelegenheit, wie es etwa der Präsident des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, gesagt hat. „Die Behauptung, die Asse sei ein reines Forschungsbergwerk gewesen, ist erstunken und erlogen.“ Zu den Absprachen zwischen AEG und GSF meinte Gabriel, da habe „eine dreiste Bande“ agiert. Er erwarte, dass die Bundeskanzlerin, die kommenden Mittwoch auf einem Kongress der Elektrizitätswirtschaft spreche, die Industrie in die Pflicht nehme.
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Kommentare
Fragen über Fragen! audio001 – 20.06.09
Was ich noch nicht so ganz verstehe: Da hat es doch ein Genehmigungsverfahren gegeben. Da gab es doch wahrscheinlich auch einen Einbindung der Landesregierung (oder ihrer Dienststellen) in Hannover. Irgendjemand muss doch in all den Jahren mal die Nutzung von Asse geprüft haben? Oder nicht?Wenn ich mich recht erinnere, stand doch die SPD über Jahre hinweg in der Regierungsverantwortung in Hannover. Hat denn niemand in all den Jahren davon Kenntnis erlangt, dass in Asse ein Atommüll- Endlager bereits existiert? Kann es sein, dass dem zuständigen Umweltministerium es völlig entgangen ist, wie Asse tatsächlich genutzt wird/wurde?
Mich macht das Ganze inzwischen sprachlos!- Und ich stelle mir als Bürger sicherlich nicht unberechtigt die Frage: Was passiert noch alles in diesem unserem Land, ohne das die Öffentlichkeit davon Kenntnis hat!?