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Atomkraftgegner demonstrieren gegen Mox-Transporte

Grohnde Atomkraftgegner demonstrieren gegen Mox-Transporte

Warmlaufen für den Tag X: Rund 700 Atomkraftgegner haben am Sonnabendnachmittag gegen den Transport von Mischoxid-Brennelementen (MOX) von der schottischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield zum Atomkraftwerk in Grohnde bei Hameln demonstriert, der für die zweite Novemberhälfte geplant ist.

Grohnde. 200 Demonstranten versammelten sich in Nordenham, wo der Frachter mit den plutoniumhaltigen Brennstäben voraussichtlich wie beim ersten Transport Ende September im Hafen anlegen wird. Weitere 500 Demonstranten zogen im Nieselregen vom S-Bahnhof in Emmerthal zum zwei Kilometer entfernten Atomkraftwerk in Grohnde. „Nix Mox“ stand auf gelben Schirmen. „Fällt erst Opi dann die Omi um, liegt ’s wohl am Plutonium“, war auf einem der vielen Transparente zu lesen.

„Wir sind hier, um die Transportrecke auszukundschaften“, sagte der Sprecher der Regionalkonferenz „Grohnde abschalten“, Tobias Darge. „Wir werden alles tun, um diesen gefährlichen und überflüssigen Transport zu behindern.“ Nicht einmal das marode Schiff sei für die heiße Fracht aus Sellafield geeignet.

Direkt neben dem AKW Grohnde soll ein Protest-Camp entstehen, wo sich Atomkraftgegner auf Blockadeaktionen vorbereiten könnten. Außerdem sollen entlang der kompletten 285 Kilometer langen Strecke zwischen Nordenham und Grohnde zahlreiche Straßenblockaden organisiert werden, wie Bernd Ebeling von cotratom ankündigte. Auch im Großraum Hannover seien Aktionen geplant.

Bei der Demonstration in Grohnde wurde die örtliche Bürgerinitiative unterstützt von protest- und blockadeerfahrenen Atomkraftgegnern aus dem Wendland. Mit besonders starkem Beifall wurde Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft und Mitglied der Bäuerlichen Notgemeinschaft im Wendland begrüßt. Janßen war es im November 2011 gelungen, sich gemeinsam mit drei Landwirten im Schienenbett der Castortransportstrecke festzuketten und den Atommüllzug auf diese Weise um 15 Stunden zum Halten zu bringen. „Wir stellen uns und unsere Trecker quer, weil wir uns darum sorgen, wie unsere Lebensgrundlagen zerstört werden“, sagte Janssen jetzt unter starkem Applaus. Gleichzeitig aber räumt der Anti-Atom-Veteran ein, dass es in der Region bisher noch an einem „gewachsenen Widerstand“ fehlt. Gleichwohl gebe es auch im Weserbergland etliche Bauern, die am Tag X mit ihren Treckern auf die Straße ziehen würden, sagt Janssen.

Auch Kerstin Rudek, die langjährige Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, sprach zu den Demonstrationsteilnehmern: „Herzliche Grüße aus dem Wendland. Das ist hier schon fast so schön wie bei uns zu Hause.“

Nach Mitteilung der Polizei verlief die Demonstration in Grohnde „absolut friedlich".

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