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„Atommüll-Projekt Asse ist weltweit einmalig“

Umstrittenes Endlager „Atommüll-Projekt Asse ist weltweit einmalig“

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, wirbt dafür, in der Asse nicht nur ein Dokument für verantwortungslose Atompolitik zu sehen. „Mit der von uns angestrebten Sanierung des Atommülllagers wird ein international bislang einmaliger Weg beschritten“, sagte König der HAZ.

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Wolfram König in der Asse.

Quelle: Jochen Lübke/dpa

Hannover. Dieses Projekt könne der Region um Wolfenbüttel auch einen wirtschaftlichen Schub geben, so König. „In einigen Jahren, wenn unsere Arbeit sichtbar wird, wird man perspektivisch einen anderen Blick auf das Projekt werfen.“

Seit 2009 ist das ehemalige Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel in der Obhut des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), das es von der Helmholtz-Gesellschaft übernommen hat. In dem Bergwerk ruhen etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren hier abgekippt wurden. Das BfS versucht derzeit mit allen Mitteln, das Bergwerk so zu sichern, dass es nicht einstürzt - auch damit es die maroden Fässer bergen und an die Oberfläche bringen kann.

König betonte, bei allen Arbeiten stehe die Sicherheit im Vordergrund. Der Bund investiere schon jetzt - weit vor Beginn der Rückholung des Mülls - mehr als 100 Millionen Euro jährlich in das Projekt: „Das sind täglich 300 000 Euro.“ An der Asse sei ein großes Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern entstanden, das der Region auf lange Sicht einen Schub bescheren werde. „Es wird hier ein Know-how angehäuft. Die Rückholung von radioaktiven Abfällen in dieser Größenordnung ist weltweit noch nirgendwo so geschehen“, sagte der Strahlenschutzpräsident. „Hier ist nicht nur die Verfallsgeschichte eines fast abgesoffenen Bergwerks zu sehen, sondern hier wird ein wichtiger Teil Reparaturarbeit an der gescheiterten Atommüllentsorgung geleistet.“

Bürgerinitiativen kritisieren, dass die Arbeiten des BfS nicht schnell genug vonstattengingen. König wirbt um Geduld. „Es handelt sich um ein Bergwerk, das eigentlich 2014 geschlossen werden sollte und das jetzt nach besonders hohen Sicherheitsmaßstäben kerntechnischen Ansprüchen genügen soll.“ Hierfür müssten die unterbliebenen Arbeiten nachgeholt werden. „Mit all unseren derzeitigen Planungen und Sicherungsarbeiten erkaufen wir uns Zeit für die Sanierung.“

König glaubt, man könne die Arbeiten an der Asse beschleunigen, indem man klarere Strukturen und Zuständigkeiten schafft. „Ich fände es wichtig, wenn der Betreiber aller Projekte im Endlagerbereich ein öffentliches Unternehmen wäre, das zu hundert Prozent dem Bund gehört, aber das den Handlungsspielraum eines privatwirtschaftlichen Unternehmens hat.“ Das könne den Projekten mehr Glaubwürdigkeit verschaffen, sagte König. „Auf der einen Seite müsste eine Bundesbehörde stehen, die ausschließlich genehmigt und beaufsichtigt, auf der anderen Seite eine Betreibergesellschaft. Das wären klare Strukturen und klare Aufgaben.“ Bislang gibt es Mischstrukturen von öffentlichen und privaten Gesellschaften.

König erwartet, dass die Konflikte mit den Asse-Anrainern zunehmen, wenn die Sanierung konkreter wird. „Wer eine schnelle Sanierung wünscht, wer wünscht, dass der Atommüll möglichst rasch herauskommt, muss auch Eigeninteressen zurückstellen“, sagte der Strahlenschutzpräsident. Im Augenblick wird die Frage heiß diskutiert, wo ein Zwischenlager für den Müll aus dem Bergwerk entstehen könnte. Forderungen von einzelnen Akteuren aus der Region, ein solches Zwischenlager mindestens vier Kilometer von der nächsten Wohnbebauung entfernt anzulegen, hält König sicherheitstechnisch für problematisch. Dies würde dazu führen, dass in einem Umkreis von 40 Kilometern rund um die Asse kein Zwischenlager für den geborgenen Müll entstehen könnte. Eine solche Debatte führe zu Verzögerungen bei den Arbeiten und nicht zu der geforderten Beschleunigung.

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