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Althusmann vor einem Comeback?

Favorit für CDU-Spitzenkandidatur Althusmann vor einem Comeback?

Niedersachsens ehemaliger Kultusminister Bernd Althusmann gilt vielen als Favorit für die CDU-Spitzenkandidatur bei den nächsten Landtagswahlen. Die Christdemokraten suchen jetzt einen geeigneten freien Wahlkreis für ihn.

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Ging bei der letzten Wahl leer aus: Bernd Althusmann.

Quelle: dpa

Hannover . Erst im Herbst will die niedersächsische CDU ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Anfang 2018 bekannt geben. Die Vorbereitungen für die Kür laufen aber schon. So gibt es nach HAZ-Informationen in der Partei Überlegungen, welche Wahlkreise zur Landtagswahl frei werden. Denn sollte tatsächlich Bernd Althusmann antreten, braucht er einen Kreis, der eine Direktwahl sichert.

Althusmann wird von vielen als Favorit für die nächste Spitzenkandidatur gehandelt. Der ehemalige Kultusminister gilt als Vertrauter des Parteichefs David McAllister, und er hat Erfahrung in der Landespolitik. Ihm wird zudem zugetraut, die Partei hinter sich zu versammeln und im Falle eines Wahlsiegs das Amt auch verantwortungsvoll zu führen. Doch Althusmann hat bei der letzten Landtagswahl sein Mandat verloren, obwohl die CDU stärkste Partei wurde, denn der Kultusminister hatte es nicht geschafft, seinen eigenen Wahlkreis in Lüneburg direkt zu gewinnen. Weil aber die Liste nicht zog, sondern seitens der Union nur Direktwahlkandidaten in den Landtag einzogen, musste Althusmann seinen Abschied aus der Landespolitik nehmen, er leitet aktuell das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Namibia.

Damit dieses Missgeschick nicht wieder passiert, braucht Althusmann einen Wahlkreis, bei dem er gute bis sehr sichere Chancen hat, ihn direkt zu gewinnen. Offenbar richtet sich dabei der Blick unter anderem nach Sarstedt und Hildesheim. Sarstedt ist für die Union derzeit ein weißer Fleck, weil der 2013er-Kandidat Jens Heinemann nach der sogenannten Schwindelaffäre wenige Wochen vor dem Wahltag einen Rückzieher gemacht hatte. Viele in der Union sehen dieses Debakel als den Schlüssel zur knappen Wahlniederlage, denn so ging der sonst sichere Unions-Wahlkreis an die SPD.

Auch der Wahlkreis Hildesheim – jahrelang vom ehemaligen Finanzminister Hartmut Möllring dominiert – fiel an die SPD, weil die CDU in sich zerstritten war. Möllring wollte sich von seiner Ehefrau politisch beerben lassen – was die Basis als Klüngel empfand und verhinderte.

Außer diesen beiden aus CDU-Sicht unbesetzten und relativ sicheren Wahlkreisen wird auch wenige Kilometer entfernt der Wahlkreis Springe frei. Die bisherige CDU-Abgeordnete Gabriela Kohlenberg bestätigte auf Anfrage, nach drei Wahlperioden nicht noch einmal antreten zu wollen. „Ich habe das Gefühl, dass es reicht“, sagte sie. Ein Nachfolger drängt sich am Deister bislang nicht auf. Dazu kommt: Springe gehört zum Einflussbereich der Bundestagsabgeordneten und CDU-Bezirksvorsitzenden Maria Flachsbarth. Es dürfte ihr nicht weiter schwerfallen, Kohlenbergs Wahlkreis für Althusmann freizuhalten – sofern strategisch gewollt.

Ob Althusmann tatsächlich Spitzenkandidat der CDU für die nächste Landtagswahl wird, entscheidet sich im Herbst. Bis zu den Kommunalwahlen am 11. September hat sich die Union jede weitere Diskussion um diese Frage verboten, auch aktuell wollte die Parteispitze Fragen dazu nicht kommentieren. Danach soll es aber zügig gehen: Am 26. November soll beim Landesparteitag der CDU in Hameln der Spitzenkandidat gewählt werden. Neben Althusmann werden auch der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, Landtagspräsident Bernd Busemann und Landesgeneralsekretär Ulf Thiele als mögliche Kandidaten gehandelt.

von Marc Fügmann und Heiko Randermann

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