Dafür werden bis zu 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die Zusagen gäben den Hochschulen die notwendige Planungssicherheit, um rechtzeitig und flexibel die erforderlichen Studienangebote zu schaffen, unterstrichen der GWK-Vorsitzende, der Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD), und die Vize-Vorsitzende, Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU).
Allein Niedersachsen erwartet dieses Jahr durch den Wegfall des Wehrdienstes etwa 1850 zusätzliche Jungakademiker zum Wintersemester. Verschärfend kommt hinzu, dass auch der doppelte Abiturjahrgang an die Universitäten und Fachhochschulen drängt. Nach Berechnungen des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums – Wehrpflicht- und Doppelabitureffekt kombiniert – werden sich 985 zusätzliche Studienanfänger an der Universität Hannover einschreiben; an der Musikhochschule zehn und an der Fachhochschule Hannover 865. Landesweit werden es 7552 zusätzliche Erstsemester sein. Welche Studiengänge ihr Angebot in welchem Umfang erweitern müssen, steht noch nicht fest. „Die heute beschlossene Finanzierung ist gut für Niedersachsen. Von den neuen Studienanfängerplätzen werden wir profitieren, denn dadurch können noch mehr Plätze für künftige Studierende in Niedersachsen bereitgestellt werden“, sagte Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) dieser Zeitung. Wanka verwies in diesem Zusammenhang auf die über dem Bundesdurchschnitt liegende Steigerung der Studienanfängerzahl im Wintersemester 2010/2011 von sechs Prozent – im Bundesdurchschnitt waren es 4,3 Prozent.
Die tatsächliche Zahl zusätzlicher Studenten hängt davon ab, wie gefragt der von der Bundesregierung geplante neue Freiwilligendienst ist. Ist er weniger attraktiv, strömen bis 2015 eben 59.000 Erstsemester in die Hörsäle; ist er sehr begehrt, reduziert sich der Zustrom nach GWK-Berechnungen auf 45.000.
Der Beschluss vom Montag ist die Fortsetzung des Hochschulpaktes von 2006. Damals beschlossen Bund und Länder, angesichts geburtenstarker Jahrgänge bis 2010 rund 3,2 Milliarden Euro für neue Studienplätze auszugeben. Insgesamt 182.000 Abiturienten haben davon profitiert.
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