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Niedersachsen Busemann würdigt OLG Celle als Aushängeschild
Nachrichten Politik Niedersachsen Busemann würdigt OLG Celle als Aushängeschild
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14:07 14.10.2011
"Dieses Gericht wird noch viel leisten": OLG-Präsident Peter Götz von Olenhusen. Quelle: dpa
Celle

Nur das Kammergericht in Berlin ist älter: Das Oberlandesgericht Celle hat am Freitag sein 300-jähriges Bestehen gefeiert. Justizminister Bernd Busemann (CDU) würdigte das größte niedersächsische OLG als „Aushängeschild, auf das die Stadt Celle stolz sein darf“. Es habe aus der Residenzstadt eine Juristenstadt gemacht. Unter anderem ist Celle mittlerweile auch Sitz des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen, des Arbeitsgerichts und des Justizprüfungsamts. Überregionale Aufmerksamkeit bekam der Justizstandort zuletzt, weil der Celler Generalstaatsanwalt Harald Range höchstwahrscheinlich neuer Generalbundesanwalt wird.

Das OLG Celle überdauerte verschiedenste Staatsformen, Regional- und Weltkriege. „Der Weg vom obersten Gericht eines absolutistischen Fürstentums zum unabhängigen Oberlandesgericht eines freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaats war lang und ist nicht ohne Brüche verlaufen“, sagte Busemann und verwies auf die Zeit der Nazi-Diktatur, als jüdische und politisch unerwünschte Richter aus dem Amt gedrängt wurden. An den früheren jüdischen Senatspräsidenten Richard Katzenstein erinnert seit kurzem eine Straße in Celle.

Das Celler Oberlandesgericht ist für 4,1 Millionen Einwohner zwischen Stade und Holzminden zuständig und damit wesentlich größer als die anderen beiden niedersächsischen Oberlandesgerichte in Oldenburg und Braunschweig. Etwa 90 Richter sind in den Zivil- und Strafsenaten tätig, hinzu kommen rund 180 sonstige Mitarbeiter. Neben den vielen Spezialsenaten sind der Notarsenat, der Vergabe- und Kartellsenat sowie der Staatsschutzsenat für ganz Niedersachsen zuständig. Der Staatsschutzsenat beschäftigt sich mit allen Terrorismusverfahren im Land.

König George I. von England gründete das Gericht im Jahr 1711

OLG-Präsident Peter Götz von Olenhusen sagte: „Das Jubiläum markiert zugleich einen Aufbruch in ein neues Jahrhundert des Oberlandesgerichts. Dieses Gericht wird noch viel leisten. Unsere Geschichte verstehe ich als Auftrag, auch künftig im Dienste der Gerechtigkeit zu wirken.“

Kurfürst Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg, der spätere König George I. von England, gründete 1711 in Celle das höchste Gericht seines Fürstentums. Zahlreiche bedeutende Juristen waren hier tätig, darunter Gottlieb Planck, ein Vater des Bürgerlichen Gesetzbuches sowie Adolph Freiherr von Münchhausen, Mitbegründer der Universität Göttingen.

Der Festakt ist Höhepunkt eines umfangreichen Jubiläumsprogramms. Noch bis Ende des Jahres lässt das Lichtkunst-Projekt „Hybrider Garten“ von Francesco Mariotti den Innenhof des historischen Gebäudes erstrahlen. Auch im Celler Bomann-Museum läuft eine Ausstellung über die Geschichte des OLG.

dpa

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