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Niedersachsen CDU und FDP setzen Turbo-Abi durch
Nachrichten Politik Niedersachsen CDU und FDP setzen Turbo-Abi durch
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19:53 05.05.2009
Von Klaus Wallbaum
Legt ihr Amt nieder: CDU-Sprecherin Ursula Körtner. Quelle: Christian Behrens
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Einen Gesetzentwurf, der noch im Juni im Landtag beschlossen werden soll, billigten am Dienstag beide Regierungsfraktionen ohne Gegenstimme. Gegen die Schulzeitverkürzung an der IGS hatte es erbitterte Proteste gegeben, unter anderem von Christdemokraten aus der Stadt Hannover.

Die Fraktionschefs von CDU und FDP, David McAllister und Jörg Bode, senden derzeit zugleich Verständigungssignale aus. So wird das Turbo-Abi an den IGS erst zum Sommer 2010 eingeführt. Auf diese Weise haben die Schulen Zeit für die Umstellung, wenn sie ab Klasse sechs die zweite Fremdsprache anbieten und ab Klasse sieben leistungsstärkere Schüler in Sonderkursen unterrichten. Auch die von der Koalition anvisierte Ausdünnung des Lehrerangebots an den 90 „Vollen Halbtagsschulen“, das sind bislang privilegierte Grundschulen, soll erst von 2010 an wirken. Anhänger der „Halbtagsschulen“ hatten zuvor gegen die Pläne protestiert.

Trotz der Friedensangebote an Kritiker wurde die Fraktionssitzung am Dienstag von einem Rücktritt überschattet: CDU-Bildungssprecherin Ursula Körtner aus Bad Pyrmont erklärte ihren Amtsverzicht – ohne Angabe von Gründen. Vergangene Woche war sie mit Ministerpräsident Christian Wulff aneinander geraten. Während Wulff für rasche Beschlüsse eintrat, soll Körtner gebremst haben. Wulff hielt den Bildungspolitikern der Koalition vor, mit immer wieder neuen Vorschlägen die Stimmung an den Schulen zu trüben. Dies nehme Körtner persönlich, sagen Weggefährten.

Die Atmosphäre in der Koalition ist auch deshalb angespannt, weil die Wirkung des im März beschlossenen „Notpaketes“ ungewiss ist. Mit 13 verschiedenen Schritten (mehr Feuerwehrlehrer, weniger Genehmigung von Teilzeitanträgen, mehr Unterrichtsverpflichtung für Referendare) will die Regierung den von August an drohenden Mangel von 1200 Lehrern ausgleichen, der wegen der Einlösung alter Arbeitszeitkonten entsteht. Ob das klappt, ist fraglich – zumal sich bei der derzeitigen Suche nach neuen Lehrern schon abzeichnet, dass man nicht genügend Bewerber für Mangelfächer (Physik, Chemie, Latein) findet. Manche in der Koalition werden ungeduldig, denn das neue Schuljahr startet bereits in drei Monaten. Ein Vorschlag lautet, man solle den Schulleitern jeweils ein festes Budget geben, damit diese notfalls Honorarkräfte engagieren. Allerdings wird dafür die Zeit knapp. Schon Ende Juni beginnen die Sommerferien.

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