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CDU und FDP wollen freien Elternwillen einschränken

Schulwahl CDU und FDP wollen freien Elternwillen einschränken

CDU und FDP rütteln am freien Elternwillen in Niedersachsen. Sie wollen eine „Zwangsabschulung“ schon nach der Klasse 5 möglich machen. Die Opposition im Landtag reagierte empört.

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„Zum Wohle des Kindes müssen die Schulen die Möglichkeit bekommen, frühzeitig nachzusteuern“, heißt es im gemeinsamen Antrag von CDU und FDP.

Quelle: dpa

CDU und FDP wollen durch die Hintertür den freien Elternwillen bei der Schulwahl in Niedersachsen einschränken. Künftig sollen Schüler, die nicht versetzt werden, schon nach der fünften Klasse durch einen Beschluss der Klassenkonferenz zu einem Schulwechsel gezwungen werden können. Bislang kann erst nach der sechsten Klasse eine „Abschulung“ etwa vom Gymnasium auf die Realschule erzwungen werden.

Am Mittwochabend berät der Landtag über einen Antrag der Regierungsfraktionen über die „Abschulung“. In dem Papier heißt es etwas verklausuliert, die Regierung möge aufzeigen, wie die Förder- und Steuerungsmöglichlichkeiten im fünften und sechsten Jahrgang zum Wohle der Schüler weiterentwickelt werden könnten.

Schon im vergangenen Dezember hatte der damalige Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) beim Philologentag angekündigt, dass es zwar beim freien Elternwillen am Ende der Grundschule bleibe, die weiterführenden Schulen aber früher die Möglichkeit zum Nachsteuern erhalten müssten. Damit war er seinem Koalitionspartner entgegengekommen. Die FDP hatte vorgeschlagen, die Schullaufbahnempfehlungen verbindlicher zu machen und im Streitfall Aufnahmeprüfungen einzuführen. Nicht nur Eltern und Opposition, sondern auch die CDU und die frühere Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann hatten sich zunächst klar dagegen gewandt.

Inzwischen sieht die CDU das anders. „Zum Wohle des Kindes müssen die Schulen die Möglichkeit, bekommen, frühzeitig nachzusteuern“, heißt es im gemeinsamen Antrag mit der FDP. Deren schulpolitischer Sprecher Björn Försterling sagt: „Wir wollen den Kindern zwei oder drei Jahre Schulfrust ersparen.“ Wer an einer Schule sei, die ihn überfordere, verliere die Lust am Unterricht. Ähnlich äußert sich auch Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes, der allerdings beim Schulwechsel nicht auf Zwang setzt, sondern auf Freiwilligkeit und Beratung. Unklar ist noch, welche Rolle die Laufbahnempfehlung, die nach der Grundschule erstellt worden ist, künftig bei der „Abschulung“ spielen soll.

Die Opposition und der Landeselternrat lehnen den Vorschlag strikt ab. SPD, Linke und Grüne sprechen von einem Täuschungsmanöver. Hinter dem Prüfauftrag verberge sich ein Angriff auf den freien Elternwillen. „Dies ist unerträglich“, sagt Landeselternratsvorsitzender Pascal Zimmer. Zumal es keine Zahlen gebe, die belegten, dass Kinder mit einer Empfehlung für die Realschule am Gymnasium schlechtere Leistungen erbrächten als Schüler mit Gymnasialempfehlung. Fünftklässler seien mit dem Wechsel zu einer viel größeren Schule ohnehin schon arg gebeutelt, warnt GEW-Chef Eberhard Brandt, da müsse man ihnen zusätzlichen Druck ersparen.

Saskia Döhner

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Saskia Döhner über den Freien Elternwillen

Eine Empfehlung ist eine Entscheidungshilfe. Doch die Laufbahnempfehlungen in Niedersachsen am Ende der vierten Klasse sind schon jetzt viel mehr als das: Sie sind ein Urteil über die schulische Zukunft eines Kindes, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz.

  • 4 Kommentare
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  • @ Dr. M.K. Lempel – 19.08.10 Was für eine Aussage soll denn diese Studie ernsthaft haben?
    In den letzten 7 Jahren haben sich die Begleitumstände geändert, d.h. die Schulempfehlungen in den 6.Klassen der OS sind weggefallen, stattdessen wird nun in den 4. Klassen eine Empfehlung ausgesprochen von Lehrern, die die Kinder viel besser kennen - eben keine Feuerwehrlehrer von anderen Schulen, die mal eben abgeordnet an den OS einige Stunden abgerissen haben.

    Und das Zwischenergebnis zeigt eigentlich nur deutlich, dass es Jungen in einer feminin dominierten Bildungswelt schwer haben, mehr nicht.

    Ich halte diese Studie für flüssiger als Wasser, nämlich für überflüssig und von der Wirklichkeit längst überholt.
  • @ Burgula B. Lempel – 19.08.10 Ich heisse nun einmal Lempel und nicht Lämpel ;-)

    "In bildungsfernen Kreisen ist das Gymnasium längst nicht ein solches Muss."

    Da erlebe ich an meiner Schule anders. Da werden scharenweise Kinder mit Hauptschulempfehlung von ihren ehrgeizigen Eltern - überwiegend mit Migrationshintergrund - angemeldet und müssen genommen werden. Das macht jegliches sinnvolles Lernen in den 5. und 6.Klassen unmöglich, ein Zeitverzug tritt ein, den man sich angesichts von G8 nicht leisten kann. Lehrer können Kinder nicht begaben. Und zu den Dummen der Bildungselite, raus aus dem Gymnasium, Bildung und Begabungen sind nicht mit einem Erbanspruch versehen.

    Leider hat sich der Kultusminister gerade dahingehend geäussert, diese Mißstände nicht abstellen zu wollen. Bravo, weiter so Herr Minister. Sie wissen wie inkompetente Bildungspolitik geht.
  • Realitätsverlust Dr. M.K. – 18.08.10 Ich lese vorsichthalber nicht die anderen Kommentare, möchte aber darauf hinweisen das im Sommer 2011 eine Evaluation beendet wird die vor 7 Jahren gestartet wurde. Das (zwischen) Ergebniss (jetzt) ist aus Pädagogen sicht der GAU. Falsch Beurteilung ab Klasse 6 für männliche Schüler 87% (sic)! (Empfehlung im Vergleich zum tatsächlichen Schulabschluss)
  • Lehrer - oft Teil des Systems! noch'n Leerer :-) – 18.08.10 @ einen, der Schule von innen kennt...

    Zitat: "... Offenbar hat sich das System Schule total von der Gesellschaft entfremdet - oder umgekehrt. Hier sind so viele Vorurteile und Halbwissen, dass dagegen argumentativ kaum noch anzukommen ist (PISA, vermeintliche Vorzüge des gemeinsamen Lernens etc.)..."

    Absolut Recht! Die Schule und das System hat sich total von der Gesellschaft entfernt, lieber Lehrer. Und SIE tragen wesentlich dazu bei, denn sie unterstützen tagtäglich - und für einen sicher "Gebildeten" - ziemlich unkritisch sogar - dieses marode weltfremde System, in dem Sie Ihre Türchen brav hinter sich zuziehen und dann im Klassenzimmerchen Herr der Lage sein müssen, ohne Öffentlichkeit, ohne Eltern und ganz allein. Nennen Sie das förderlich?

    Wenn ja, müssen Sie sich die Frage gefallen lassen, was Sie denn da tagtäglich treiben, wenn solch schlechte Ergebnisse bei rauskommen, denn auch wenn einer nicht immer so gebildet sein mag, wie Sie oder die Lehrer schlechthin, dann kann man Sie und ihre Kollegen dennoch an den Ergebnissen dieser Arbeit messen. Und diese sind oft mangelhaft.

    " .. Was den in Nds. freien Elternwillen angeht, so muss endlich mal erklärt werden, warum Grundschullehrer überhaupt noch monatelang an Laufbahnempfehlungen arbeiten sollen, die niemand als verbindlich ansieht!!!..."

    Ui, hier dämmert es Ihnen jetzt, was?
    Bemerken Sie eigentlich nicht, dass Sie Teil dieses gewollt uneffizienten Systemes sind, Sie Schlaumeier?
    Es kann doch längst nicht mehr um echte Bildung und gerechte Bildungsschancen gehen, so wie es gemacht wird.

    Mir ist klar, dass Ihnen Angst und Bange wird, dass die betuchten Eltern scharenweise zu den Privaten überlaufen oder sich weniger Betuchte was absparen, um ihr Kind ebenfalls dorthin zu katapultieren. Dies wird Sie über kurz oder lang den Job kosten, denken Sie.

    Falsch, es kostet viel mehr. Es kostet uns zunehmend Freiheit und Demokratie und wenn diese peu à peu abgebaut wird, dann trifft das nicht nur Sie und Ihren Arbeitsplatz, sondern uns alle enorm viel.

    Ich unterrichtete früher ebenfalls an einem Norm-Gymnasium, doch nun erst, in einer IGS effizienter und pädagogisch weitaus sinnvoller arbeitend, sehe ich, was alles möglich ist - allein und vor allem mit dem gesamten Kollegium. Das war bei der Einzelkämpferei im Dreigliedrigen nicht möglich!

    Hören Sie einfach auf, ein Instrument für diese MissBildung zu sein, schließen Sie sich mit fähigen Leuten kurz und kämpfen Sie doch dann wenigstens für einen besseren Job, wenn Sie nicht direkt für bessere Bildung kämpfen wollen.
  • @lempels Bildungseliteschulen Burgula Buglul – 18.08.10 lempel schreibt: "Die Dummen raus aus den Bildungseliteschulen, sonst geht Deutschland vor die Hunde!"
    Hmm, das wäre einfacher, wenn die vermeintlich "Dummen" nicht oft Kinder aus der Bildungselite wären. In bildungsfernen Kreisen ist das Gymnasium längst nicht ein solches Muss.
    Übirgens, von "Dummen" zu reden, ist in diesem Zusammenhang dumm.

    P.S.: Der einzig wahre Lämpel, also DER Lämpel, schreibt sich mit "ä".
  • Fürchterliche Kommentare! ... – 18.08.10 Wenn ich diese größtenteils polterigen, wenn nicht gar hasserfüllten Kommentare hier lese, kommt mir die Galle hoch - DAS ist die wahre Bildungsmisere!
  • demsoz Privatschuldirektor – 18.08.10 Prima, nur weiter so entgegen der gesellschaftlichen Akzeptanz. Wir Privatschulen freuen uns über den Zulauf, da Eltern und Kinder eine Abstimmung mit den Füßen vornehmen und solchen Leuten wie Ihnen den Rücken kehren, will sagen, die Kinder aus einem System Ihrer Prägung herausnehmen. Vorbei ist dann die schöne Wolkenkuckucksheimideologie des gemeinsamen Lernens.
    Aber wahrscheinlich haben Sie schon repressive Maßnahmen in den Schubladen, um sich von freien Menschen Ihren Unsinn nicht verderben zu lassen.
  • ... Pädagoge – 18.08.10 Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen
  • @ demsoz Lempel – 18.08.10 Offenbar leiden Sie an selektiver Wahrnehmung.
    "Bildung geht nur gemeinsam. Schweden, Finnland, Dänemark, alle diese Länder lassen Kinder selbstverständlich von der 1. bis zu 8. Klasse gemeinsam lernen."

    Diese Länder haben nicht das gleiche Integrationsproblem wie in Deutschland, daher sind die von Ihnen hier empfohlenen Rezepte untauglich, die Bildungsprobleme in Deutschland zu lösen.
    Zunächst bedarf es eines anderen Einwanderungsrechts vergleichbar mit Neuseeland, Australien, USA, Kananda in Europa.
    Ihre Rezepte sind schon deshalb untauglich, weil wir z.B. in Gymnasien eine größer werdenden Teil von Kindern mit Hauptschulniveau haben, so dass Unterricht nur entsprechend am untersten Level gemacht werden kann, ja die simpelsten Deutschkenntnisse fehlen. Und da kommen Sie mir hier mit solch einem Unsinn...und werfen mir vor, ich würde die Schulen nicht von Innen kennen. Wo leben Sie eigentlich, was rauchen Sie?
  • Warum glaubt eigentlich... Einer, der Schule von innen kennt... – 18.08.10 ...jeder hier, in Sachen Bildungspolitik wirklich Bescheid zu wissen? Die meisten Kommentare hier gehen vollkommen an der Realität in den Schulen vorbei, und das finde ich als Lehrer erschreckend. Offenbar hat sich das System Schule total von der Gesellschaft entfremdet - oder umgekehrt. Hier sind so viele Vorurteile und Halbwissen, dass dagegen argumentativ kaum noch anzukommen ist (PISA, vermeintliche Vorzüge des gemeinsamen Lernens etc.).
    Was den in Nds. freien Elternwillen angeht, so muss endlich mal erklärt werden, warum Grundschullehrer überhaupt noch monatelang an Laufbahnempfehlungen arbeiten sollen, die niemand als verbindlich ansieht!!!
  • Es ist wieder Sommer. Flix – 18.08.10 Alljährliches Sommertheater.
  • Schulwahl / FDP und CDU wollen Elternwillen einschränken OKI – 18.08.10 Machen wir uns nichts vor !
    Bildungspolitik in Deutschland - und ganz besonders in Niedersachsen - sind die einzigen Betätigungsfelder in Deutschland in denen die Landespolitik noch Einfluß hat bzw sich profilieren kann.
    das Ergebnis sieht man in Nds:
    Keine Kohle für die nötige Renovierung der Bildungseinrichtungen (Baulich / Personel) aber alle Jahre wieder eine "Reform"
    Reform soll ja eigentlich eine Verbesserung der vorhandenen Situation bringen, bei der Bildungspolitik habe ich allerdings den Eindruck das jeder Politiker (speziell CDU /FDP) erst mal seine Ideologischen Grundsätze verwirklichen möchte/will.
    Im Zweifel kommt das Argument PISA !
    Es wird dauernd Verschlimmbessert und auf der Strecke bleiben die Schüler und Ihre Erziehungsberechtigten.
    Ergebnis :
    Abstimmung mit den Füßen !
    Oder warum haben in einem Land in dem die (regierende) Politik die Gesamtschule verteufelt, die Gesamtschulen einen Zulauf der nicht aufgefangen werden kann!?!
    Das 2. Problem:
    Aufteilung in die Weiterführenden Schulen ab der 4.Klasse
    Grundsätzlch ist die deutsche Schule eine Schule für Mädchen.
    Und seit dem Wegfall der "Orientierungstufe" in Nds bemerkt man es auch hier.
    In der Grundschule werden die Kinder von wenigen - meist weibl. - Lehrern/innen unterrichtet.
    diese 2 oder 3 Lehrer entscheiden dann über die Zukunft des Kindes.
    Nur zur Erinnerung- "damals" in der Orientierungsstufe hatten die Schüler minimum 4 bis 7 Lehrer bei der Klassenkonferenz.
    Aus eigener Erfahrung stelle ich hier mal die Hypothese auf das die meisten Jungen erst in der 6/7 Klasse "aufwachen"
    Dann ist - trotz "durchlässigkeit des Systems" - für die meisten der Zug schon abgefahren, denn wer in der Hauptschule gelandet ist, bekommt größte Schwierigkeiten von hier aus Durchzustarten.
    Das Eltern sich da Gedanken machen ist doch wohl völlig normal.
    Schauen Sie mal in den Stellenanzeigenteil dieser Zeitung (speziell Ausbildung) wieviele Betriebe Sonderschüler, Hauptschüler und Jugendliche ohne Abschluß suchen.
    Fakt ist doch das bei der Jobsuche sogar Realschulabgänger heute die größten Schwierigkeiten haben einen Ausbildungsplatz zu finden.
    Mich würde bei der ganzen Debatte nur mal interessieren, wieviele von unseren Volksvertretern eigene Kinder in diesem Bildungssystem stecken haben.
  • Bildung - erfolgreich geht nur gemeinsam demsoz – 18.08.10 @Lemmel: Ich weiß ja nicht, ob Sie mal was von der UN-Kinderrechtskonvention gehört haben, jedoch verstößt Deutschland mit seinem selektiven Bildungssystem seit Jahren eklatant dagegen. Bildung geht nur gemeinsam. Schweden, Finnland, Dänemark, alle diese Länder lassen Kinder selbstverständlich von der 1. bis zu 8. Klasse gemeinsam lernen. Lernen heißt nicht nur hirnlos Wissen eintrichtern, lernen heißt verstehen, soziales Gefüge erleben und sich in der Welt zurecht zu finden. Mit dem menschenverachtenden Bildungssystem, dass die oberen 10.000 und ihre Schoßhündchen in den Parlamenten (FDP, teilweise CDU) propagieren, schafft man Armut und schafft man erst "Dummheit".
    Also: Bildung muss
    a) alle mit einschließen (ALLE)
    b) d.h. Schluß mit den Förder- und Haupt- und Realschulen und Gymnasien! Ein System aus der Preußenzeit, um die Klassen schön voneinander getrennt zu halten! Gemeinschaftsschule jetzt!
    c) kostenfrei, am Besten schon im Kindergarten, denn viele Grundsteine werden schon da gelegt

    Ich empfehle Ihnen da auch mal http://www.fes.de/Dresden/pdf/Pisa_finnland.pdf Es geht da zwar um "was Sachsen von Finnland lernen kann", aber das kann man auch auf Niedersachsen beziehen.
  • Längst überfällig Lempel – 18.08.10 Das ist längst überfällig. Schon seit Jahren sitzen Kinder mit Hauptschulempfehlungen in den 5. Klassen in Gymnasien und halten faktischd den Lernerfolg der Mitschüler auf. Bisher mussten zu aller Beteiligten Leidwesen diese Kinder bis zum Ende der 6.Klasse "durchgeschleppt" werden. Die Verfechter des langen gemeinsamen Lernens könnten - wenn sie fähig zu selbstkristischer Analyse wären - einmal leibhaftig die Folgen erleben, die das insgesamt für das Bildungssystem hätte.
    Schluß mit dem Unsinn, und @ Benno, Sie haben noch nicht verstanden, dass der Bildungserfolg unabhängig ist davon, Wievielgliederig das Schulsystem ist. Dreigliedering und IGS/KGS ermöglichen für jeden Schüler etwas, hören Sie auf die Kämpfe der Vergangenheit zu kämpfen und nehmen Sie endlich die Realität wahr. Die Dummen raus aus den Bildungseliteschulen, sonst geht Deutschland vor die Hunde!
  • @ Befürworter Benno – 18.08.10 Da wittern die Bildungsspießbürger nach Hamburg wohl Morgenluft? Dieses ganze Gequake um „Abschaffung des Elternwillens“ oder „OS“ oder „Abschulen“ nervt doch nur noch. Damit soll doch nur vernebelt werden, dass es in Wahrheit um Grundsatzentscheidungen geht: Lebenslanges Lernen, langes gemeinsames Lernen und qualitätsvolles Lernen. Solange die Schwarz-Gelbe Regierung in Niedersachsen immer noch das dreigegliederte Schulsystem wie eine Monstranz vor sich her trägt, solange bei den Bildungsausgaben nicht geklotzt sondern gekürzt wird, solange werden wir die desaströsen Ergebnisse der niedersächsischen Bildungspolitik in den Universitäten und den Ausbildungsbetrieben – und bei der Bundesagentur für Arbeit wiederfinden.
  • Zwang Birgit – 18.08.10 Das scheint mir eine Initiative zur Sicherung der eigenen Pfründe: bloß nicht zuviele Abiturienten, das Volk dumm halten. Die fünfte Klasse ist zunächst die Orientierungsphase des Kindes an der neuen Schule, alles ist so anders. Damit tun sich manche schwer und zeigen weniger gute Leistungen. Das kann sich aber noch ändern, während robustere Naturen später absacken können. Hier entscheiden wieder Politiker, die gaaanz weit weg von Menschen sind, kein Einfühlungsvermögen haben.
    Durch den Pisaschock werden unsere Schulen zu Tode reformiert, Leidtragende sind die Kinder, da nützt auch keine Kindergelderhöhung, Bildungschip usw. Kinder brauchen zum Lernen Zeit (Erwachsene auch), gebt sie ihnen!
    Wenn es all die Reformen schon vor dreißig Jahren gegeben hätte, hätten wir heute mit Sicherheit weniger Akademiker und diese wären wohl auch alles Abkömmlinge reicher Eltern.
  • BILDungsarmutszeichen Vater – 18.08.10 Das könnte der Regierung so passen - desinformierte Eltern und Eliteförderung durch die Hintertür.

    "... Björn Försterling sagt: „Wir wollen den Kindern zwei oder drei Jahre Schulfrust ersparen.“ Wer an einer Schule sei, die ihn überfordere, verliere die Lust am Unterricht. Ähnlich äußert sich auch Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes,.."

    Wer aber stellt fest, wann und wen eine Schule jemand überfordert? - das wäre hier die Frage. Pure Ausrede, besser wäre ein längeres gemeinsames Lernen, dann hätten selbst unterforderte Kinder eine individuelle Möglichkeit, für sie extra geschaffene Arbeitsgruppen zu besuchen und Überforderte ebenfalls. Stattdessen möchte die Regierung die Kinder noch früher in fixe Schulmodelle zwängen.

    Hier sollen Eltern zukünftig außen vorgelassen werden. Allein die staatlichen Kommissionen werden dann entscheiden, wieviel Kinder sie brauchen, um diesen Auserwählten bessere Bildungschancen zukommen zu lassen. Oh weh, die Elitenförderung durchs Hintertürchen und ein weiteres BILDungsarmutszeichen in Niedersachsen und die Eltern schauen entmündigt zu.

    Hier soll doch gar keine Bildung mehr stattfinden, eher Miss-Bildung!
  • Zwangsabschulung echtma – 18.08.10 was ist das überhaupt für ein grausiges Wort???
    Wann genau wissen wir denn, für welchen Schulzweig unsere Kinder geeignet sind? Und woher wissen wir, dass das Kind den gewählten Schulzweig zu Ende bringt(Pubertät)? Und wer möchte gern aufs Gymnasium - die Eltern oder das Kind?
    Wenn mein Kind in der 4. Klasse kein "Genie" ist, wird es das später auch nicht mehr werden! Wenn Eltern realistisch handeln, wäre eine "wZwangsabschulung" kein Thema.
  • Schwarz-Gelbes Augenmerk gilt nur dem JeMa – 18.08.10 Empörend ist nicht nur, dass die schwarz-gelbe Landesregierung den Eltern einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren eigenen Kindern abspricht. - Empörend ist auch, dass im Hintergrund der Überlegungen allein die "Abschulung" steht: Da können die Eltern ihr Kind noch so gut kennen: Schwarz-Gelb meint sie besser einschätzen zu können - und garantiert allein eine zügige Abschulung, wenn es in der ersten Klasse der weiterführenden Schule für die Schüler nicht so gut geklappt hat. - Liebe Landesregierung, jetzt reicht's!
  • Endlich mal eine vernünftige Überlegung Befürworter – 18.08.10 Das wurde aber auch Zeit!
    Schlimm genug, dass die OS vor einiger Zeit abgeschafft wurde und die kleinen Zwerge bereits nach der 4. Klasse eine so große Entscheidung treffen mussten - welcher Schulzweig ist für meine Zukunft wohl der Bessere (welchem wäre ich wohl gewachsen?)?!
    OK, die Entscheidung haben eh die Eltern getroffen, denn die Schulempfehlungen der Lehrer wurden ja oft ignoriert und das Ergebnis: frustrierte Schüler die "durchgezogen" wurden, weil die lieben ehrgeizigen Eltern ihre Lieben ja nicht runternehmen wollten, um ihnen die Blamage (wem wohl – doch eher ihnen selbst) zu ersparen!
    Liebe Politiker: Machen Sie endlich mal etwas RICHTIG! Entweder führen Sie bitte die OS wieder ein, denn hier haben alle Schüler wieder 2 weitere Jahre um sich zu entwickeln und zu beweisen, welcher Schulzweig der geeignetere ist oder aber ziehen Sie Ihre Überlegung: die „Abschulung“ nach der 5. Klasse durch!
  • schwarz-gelber Bildungsmurks geht weiter Frank Lassalle – 17.08.10 Also was will diese Landesregierung eigentlich noch alles in der Bildungspolitik gegen die Wand fahren? Eine bessere Durchlässigkeit zwischen den Schulformen und Chancengleichheit erreicht sie mit dieser "Verschlimmbesserung" garantiert nicht... aber das war wohl realistisch gesehen eh nicht von dieser Landesregierung zu erwarten, auch nach dem Wechsel an der Spitze und im Kultusministerium, geht es genauso desolat weiter!
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