Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Soll der Wolf zum Abschuss freigegeben werden?
Nachrichten Politik Niedersachsen Soll der Wolf zum Abschuss freigegeben werden?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:31 11.09.2017
Von Michael B. Berger
Wölfe reißen Schafe und werden in der Nähe von Dörfern gesichtet – was tun? Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Niedersachsens CDU will im Umgang mit problematischen Wölfen eine neue Linie einschlagen. „Die Rückkehr des Wolfes ist zunächst ein Erfolg des Artenschutzes, kann aber in ländlichen Bereichen zu Problemen führen. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel“, sagte die CDU-Kandidatin für den Posten der Landwirtschaftsministerin, Barbara Otte-Kinast im Gespräch mit der HAZ. „Deshalb muss der Wolf ins Jagdrecht übernommen werden.“

Tausende Nutztiere getötet?

Jüngsten Schätzungen zufolge sind in den letzten 17 Jahren in Deutschland mehr als 3500  Nutztiere von Wölfen getötet worden, meist Schafe. Die Konflikte mit Nutztierhaltern nehmen zu. Für SPD und Grüne hat der Artenschutz absolute Priorität. Dagegen will Otte-Kinast, die selbst Weidekühe hält, die Jagd auf den Wolf wieder zuzulassen. Es sei eben ein „großartiges, aber auch ein gefährliches Tier“. Die CDU-Politikerin betont, dass sie keine Wolfshasserin sei. Doch wer den Wolf erhalten wolle, müsse bei Problemfällen auch entschlossen sein, ihn der freien Wildbahn zu entnehmen. „Es geht um eine Abwägung der Interessen“, sagt Otte-Kinast.

Die CDU will im Fall eines Regierungswechsels Wölfe zum Abschuss freigeben – wie finden Sie das?
Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Die CDU will im Fall eines Regierungswechsels Wölfe zum Abschuss freigeben – wie finden Sie das?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

„Zunächst sollte man alle Rudel mit Sendern versehen, was dazu führt, dass sie besser zu verorten sind und wir mehr über ihr Verhalten lernen.“ In Schweden habe man gute Erfahrungen mit der konsequenten Besenderung der Tiere gemacht. „Dafür muss man schon Geld in die Hand nehmen.“

Dass Wölfe durch Siedlungen trabten oder auch an Kindertagesstätten oder Bushaltestellen vorbeistromerten, dürfe jedenfalls nicht geschehen, sagt Otte-Kinast. „Es gibt Gegenden, wie die Höhenzüge des Deisters oder des Süntels, da ist es völlig in Ordnung, wenn der Wolf dort herumläuft, aber eben nicht zu dicht an Siedlungen oder Weiden.“

Der Tierschutz gelte nicht nur für die Wölfe, sondern auch für die Nutztiere, betont die Schatten-Landwirtschaftsministerin. „Jeder, der eine gerissene Heidschnucke gesehen hat, wird bei diesem Thema nachdenklich.“ Wenn man mit Zäunen nichts gegen die Wölfe ausrichten könne, und die Tiere sich nicht von Eseln oder Herdenschutzhunden vertreiben ließen, müsse man zu anderen Mitteln greifen. „Wir wollen die Akzeptanz des Wolfes erhalten. Dies geht aber nur mit Einschränkungen.“

Nötig sei auch, dass künftig die Besitzer getöteter Nutztiere nicht mehr umfangreiche Beweise beibringen müssten, um darzulegen, dass ihre Tiere von einem Wolf gerissen worden seien. „Da brauchen wir eine Beweislastumkehr.“ Die Vorschrift, dass ein gerissenes Tier binnen 24   Stunden zum DNA-Test müsse, sei nämlich oft nicht einzuhalten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die SPD setzt Zuzugssperre in Salzgitter ohne Kabinettsbeschluss durch. Der Regierungspartner ist brüskiert. Aus den Reihen der SPD wiederum wird die „negative Wohnsitzauflage“ verteidigt, die Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag verkündet hatte. Für CDU-Spitzenkandidatat Althusmann kommt die Entscheidung zu spät.

10.09.2017

Die Staatskanzlei lässt alte Akten aus der Regierungszeit von David McAllister (CDU) durchforsten – und hat offenbar einen Fall aus dem Jahr 2011 gefunden, bei dem der damalige Ministerpräsident Fehler gemacht haben könnte.  Der Fall ähnelt in Grundzügen der fehlerhaften Vergabe, wegen der die SPD-Staatssekretärin Daniela Behrens im Mai entlassen wurde. 

13.09.2017
Niedersachsen Spekulationen über Umbaupläne - Landespolitik will Jobs bei VW sichern

Volkswagen will sich mit einer umfassenden Restrukturierung und auch dem Verkauf von Teilen des Konzerns fit für die Zukunft machen. In Niedersachsens Landespolitik gibt es dafür Zustimmung, aber die Entwicklung wird auch mit Sorge gesehen.

13.09.2017
Anzeige