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Bekommt Niedersachsen einen weiteren Feiertag?

Debatte um Reformationstag Bekommt Niedersachsen einen weiteren Feiertag?

Die evangelische Kirche fordert, bundesweit bis zu zwei zusätzlich gesetzliche Feiertage zu schaffen. Das hat in Niedersachsen zu einer kontroversen Debatte geführt: Während es in der Politik durchaus Sympathien für die Initiative gibt, warnen Industrie und Handel vor den gravierenden Folgen einer Neuregelung.

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Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister erklärte am Freitag, die evangelischen Kirchen unterstützten die Anregung, „den Reformationstag und den Buß- und Bettag zu dauerhaften Feiertagen zu machen“.

Quelle: dpa

Hannover. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister erklärte am Freitag, die evangelischen Kirchen unterstützten die Anregung, „den Reformationstag und den Buß- und Bettag zu dauerhaften Feiertagen zu machen“. Einen entsprechenden Vorstoß hatte zuvor der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, unternommen. „Es wäre ein tolles Zeichen, wenn die Politik einmal nicht allein für die Ökonomie, sondern für das Miteinander der Menschen neuen Freiraum schaffen könnte“, sagte er. Feiertage seien „enorm wichtig für die moralische und soziale Infrastruktur“ in Deutschland.

Der niedersächsische Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) schloss sich dem an und plädierte vor allem dafür, den Reformationstag wieder zum gesetzlichen Feiertag zu machen, wie er es bereits im Jahr 2013 gefordert hatte. Das Leben dürfe nicht nur auf Konsum ausgerichtet sein, es gehörten auch Phasen des Innehaltens und Nachdenkens dazu, mahnte Busemann. Da die Feiertagsregelungen Ländersache sind, hat Niedersachsen es in der Hand, zusätzliche Feiertage einzuführen.

Entsprechend sensibel reagierte die Wirtschaft. „Mit Verlaub: Diese Forderung ist nicht von dieser Welt“, sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsen-Metall. Ein zusätzlicher Feiertag würde allein die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie mehr als 80 Millionen Euro kosten, rechnete Schmidt vor. Ähnliches gelte für den Handel, sagte Hauptgeschäftsführer Ullrich Thiemann vom Handelsverband Niedersachsen-Bremen. „Umsatz, den man an diesem einen Tag nicht macht, holt man auch anschließend nicht wieder rein.“

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Die evangelische Kirche fordert, den Reformationstag zum Feiertag zu erklären. Unterstützen Sie die Idee?

Die Debatte um zusätzliche Feiertage hat auch deswegen neuen Auftrieb bekommen, weil sich Wirtschaft und Politik darauf verständigt hatten, den Reformationstag 2017 anlässlich des 500. Reformationsjubiläums einmalig zum bundesweiten Feiertag zu erklären. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Björn Thümler, plädiert nun dafür, den Buß- und Bettag generell wieder als Feiertag einzuführen. Er war 1995 in fast allen Bundesländern zur Finanzierung der Pflegeversicherung gestrichen worden.

Der kirchenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Uwe Santjer, sprach sich für die „Einführung eines Glaubens-oder Besinnungstages“ aus, der allen innerhalb einer multireligiösen Gesellschaft zugutekommen soll. Auch beim Koalitionspartner, den Grünen, will man „keine einzelne Religionsgemeinschaften bevorzugen“. Deshalb schlug Sprecher Heiner Scholing vor, auf weitere konfessionelle Feiertage zu verzichten und über einen Tag der Menschenrechte nachzudenken.

Gesetzliche Feiertage in Deutschland

  • Feiertage in allen Bundesländern: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Chr. Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Dt. Einheit, 1. und 2. Weihnachtsfeiertag.
  • Feiertage in einzelnen Bundesländern: Hl. Drei Könige: Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt.
  • Fronleichnam: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen*, Thüringen* (*in einzelnen Gemeinden).
  • Himmelfahrt: Bayern (in überwiegend katholischen Gemeinden), Saarland.
  • Reformationstag: Brandenburg, Meckl.-Vorp., Sachsen, Sachsen-Anh., Thüringen.
  • Allerheiligen: Baden-W., Bayern, Nordrhein-Westf., Rheinland-Pfalz, Saarland.
  • Buß- und Bettag: Sachsen.

Von Gerko Naumann

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