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Niedersachsen So schön ist der neue Landtag
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20:26 19.09.2017
Schöner, heller und transparenter präsentiert sich Niedersachsens Landtag nach seiner millionenteuren Runderneuerung. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Noch ist das Hohe Haus eine Baustelle: Folien bedecken die Möbel, Kabel liegen auf dem Boden und hängen aus der Wand, und nicht jeder Türrahmen hat hier schon seine Tür. Doch nach etwas mehr als drei Jahren Bauzeit lässt sich erkennen, wie Niedersachsens Landtag sich in ein paar Wochen Besuchern und Abgeordneten präsentieren wird: funktional, offen, licht- und luftdurchströmt.

„Transparentes Parlament“

Der Landtag stehe nun auch baulich für ein transparentes Parlament, freut sich Landtagspräsident Bernd Busemann. Die Baukommission hat sich bei der Sanierung des 1962 eröffneten und unter Denkmalschutz stehenden Plenarsaals auf eine Gratwanderung eingelassen: Äußerlich wurde der vom Architekten Dieter Oesterlen entworfene Betonkubus erhalten und lediglich Materialien erneuert.

Innen wiederum ist nichts mehr wie vorher: Oesterlens Trennung in einen inneren Sitzungssaal und eine äußere Wandelhalle ist verschwunden, der Sitzungssaal nimmt nun die ganze Gebäudefläche ein. Die Sitzordnung wurde um 180 Grad gedreht. Die Gestaltung des Saals, der Wände, der Böden und der Eingangshalle - alles ist neu. Lediglich im Foyer des Plenarsaals wurde die markante Niedersachsentreppe erhalten. Man habe sich aber nicht an Oesterlens Erbe vergangen, betont ein Sprecher des Landtags - alles sei im Einvernehmen mit den Nachkommen des Architekten entstanden.

Zufrieden sind Busemann und Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider auch mit Geld- und Zeitbudget des Umbaus, auch wenn eine Punktlandung verfehlt wurde. So hatte der Landtag ursprünglich mit Kosten von 52,8 Millionen Euro und einem zusätzlichen Risikopuffer von 7 Millionen Euro geplant. Weil es zwischendurch Verzögerungen gab, werde man den Risikopuffer benötigen, aber nicht überschreiten, so Busemann.

Zeitlich kommt dem Umbau die vorgezogene Landtagswahl in die Quere. Den ursprünglichen Wahltermin im Januar hätte man ohne Probleme geschafft und dann den Wahlabend im neuen Landtag feiern können, meint Busemann. Doch am 15. Oktober, dem Tag der vorgezogenen Neuwahl, stehe das Gebäude noch nicht zur Verfügung. Die Fernsehstudios werden daher an diesem Abend voraussichtlich auf das Messegelände ausweichen.

Mehr Platz für Abgeordnete

Zur offiziellen Eröffnung am 27. Oktober mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll der Landtag dann aber fertig sein - jedenfalls einigermaßen. „Letzte Fehler werden wir erst ausmerzen können, wenn wir gewissermaßen unter Vollast fahren“, sagte Schneider. Etwa ein Jahr brauche es, bis die Klimatechnik bei verschiedenen Wetterlagen oder die komplexe Akustik im Saal so austariert sei, dass sie ohne Macken laufe, so Schneider.

Platz bietet der neuen Plenarsaal für bis zu 160 Abgeordnete - deutlich mehr als die aktuell 137. Doch mit möglicherweise sechs statt vier Fraktionen nach der Wahl werde man den wohl brauchen, glaubt Busemann.

Heiko Randermann

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