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Islamkreis Hildesheim war Rekrutierungsort für den IS

Razzia in Salafistenszene Islamkreis Hildesheim war Rekrutierungsort für den IS

Großeinsatz in Hildesheim: Laut Innenministerium ist die Moschee des Vereins "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" schon lange Treffpunkt radikaler Salafisten. Auch der Berlin-Attentäter Anis Amri wurde dort gesehen. Jetzt hat die Polizei ein Vereinsverbot durchgesetzt.

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Die im Erdgeschoss hinter Glasfenstern liegenden Räume der Moschee des «Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim.

Quelle: Hollemann

Hildesheim. Die Polizei hat am frühen Dienstagmorgen mit starken Kräften den Sitz des Deutschsprachigen Islamkreises (DIK) in Hildesheim durchsucht. Hintergrund ist ein vom niedersächsischen Innenministerium erlassenes Vereinsverbot gegen den Verein, teilte das Innenministerium mit.

Mit einem Großaufgebot an Beamten durchsuchte die Polizei die Moschee, die im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Nähe des Hildesheimer Bahnhofes liegt. Auch Wohnungen von Vereinsmitgliedern wurden durchsucht. Die Maßnahme in Hildesheim habe sich nicht gegen die vielen, friedlich in Deutschland lebenden Muslime gerichtet, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius. Es sei vielmehr um "verblendete Fanatiker" gegangen, die den Islam für ihre Zwecke missbrauchten und Terrororganisationen unterstützten. An der Polizeiaktion waren rund 370 Einsatzkräfte beteiligt. 

Aufräumen nach der Durchsuchung in der Moschee.

Quelle: Michael B. Berger

Der in Hildesheim verbotene Islamkreis ist nach Pistorius' Angaben ein Rekrutierungsort für Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat gewesen. Muslime seien dort zielgerichtet indoktriniert worden, um sie zur Ausreise Richtung Syrien und den Irak zu mobilisieren. Sie seien in der Moschee des DIK dabei unterstützt worden, sich dem IS anzuschließen und schwerste Verbrechen zu verüben. Das Verbot sei ein harter und wichtiger Schlag gegen Islamisten in Niedersachsen.

Die Polizei hat einen beliebten Treffpunkt der salafistischen Szene in Hildesheim geräumt. 

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Zum harten Kern des Islamkreises in Hildesheim haben etwa 50 Personen gehört, darunter auch einige Gefährder. Das sagte Niedersachsens Landespolizeipräsident Uwe Binias am Dienstag. In der Moschee des sei zum Heiligen Krieg und zur Gewalt gegen Ungläubige aufgerufen worden. Außerdem sei die Schaffung eines Gottesstaates angestrebt worden. Belege dafür seien in der 67-seitigen Verbotsverfügung aufgeführt. Wie Verfassungsschutzpräsidentin Maren Brandenburger sagte, habe der Islamkreis auch Jugendliche zur Ausreise nach Syrien bewegt.

Die Polizei Niedersachsen hat am Mittwoch die DIK-Moschee "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" durchsucht. 

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Der DIK war bereits im vergangenen Jahr Ziel von Polizeiaktionen gewesen. Im Rahmen einer weiteren Aktion gegen radikale Islamisten im November, bei der die Hildesheimer Moschee durchsucht wurde, wurde in Nordrhein-Westfalen der als Top-Islamist eingestufte Iraker Abu Walaa festgenommen. Er hatte auch wiederholt in den Räumen des Hildesheimer Vereins gepredigt. Abu Walaa gilt als prägende Figur der Islamisten-Szene, er soll viele Freiwillige für den Islamischen Staat rekrutiert haben.

dpa/ewo/ran/naw

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