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Niedersachsen Die angeblich absolute Mehrheit der CDU
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19:22 18.11.2013
Von Klaus Wallbaum
Woher wissen die das? Auf Twitter kursiert eine Umfrage, die Prognos nicht gemacht hat. Quelle: Twitter
Hannover

Die Freude der CDU-Landtagsfraktion war vielleicht voreilig: Eine aktuelle Umfrage, die just in diesen Tagen über den Nachrichtendienst Twitter verbreitet wurde, sagt die absolute Mehrheit der Union voraus, wenn jetzt wieder Landtagswahl wäre. Doch womöglich sind die Zahlen frei erfunden – zumindest gibt der Absender Zweifel auf. Autor der Umfrage ist laut Twitter das Institut Prognos. Der Name bürgt für Qualität, denn die Prognos AG berät seit 1959 Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit ausgefeilten Analysen und Befragungen. Erst vor wenigen Tagen legte sie den „Zukunftsatlas“ vor, der über die Entwicklungsperspektiven der Regionen aufklärt. Nur: Mit dem Absender der Twitter-Eintragung hat die Prognos AG mit Sitz in Basel nichts zu tun. „Wir machen solche Umfragen nicht, und das ist tatsächlich ärgerlich. Offenbar nutzt jemand unseren Namen, um seinen Mitteilungen damit einen besonderen Wert zu verleihen“, sagt die Prognos-Sprecherin Birte Jessen. Bei Twitter habe sie vergeblich darauf gedrungen, dass sich der Absender offen erklärt. Erreicht wurde nur, dass dort nicht mehr „Prognos AG“ steht, sondern lediglich „Prognos-Umfragen“.

Wer aber dahinter steckt und nach welchen Methoden er arbeitet, bleibt spekulativ. Es könnte tatsächlich ein Umfrageinstitut sein, möglich wäre aber auch, dass sich ein Einzelner mit derartigen Nachrichten einen Scherz erlaubt und nur die politischen Entscheidungsträger aufschrecken will. Schließlich reagieren Politiker auf Umfragen immer äußerst interessiert und schnell auch irritiert. Deren Zahlen verbreiten sich doch sehr rasch. Und der Absender Prognos auf Twitter ist auch fleißig – mehrere neue Umfragen sind inzwischen hinzugekommen. 491 „Follower“ hat diese Seite – ein Indiz dafür, dass die Nachrichten durchaus ernst genommen werden. Über die Seriosität der Daten sagt das allerdings gar nichts aus.

Die Daten der Umfrage – ob frei erfunden oder auf irgendeine Art tatsächlich ermittelt – klingen indes interessant: Die CDU käme auf 43 Prozent, die SPD auf 32, die Grünen auf zehn. Alle anderen Parteien würden an der Fünfprozenthürde scheitern. Das hieße eine absolute CDU-Mehrheit. Ministerpräsident Stephan Weil ist demnach bei 83 Prozent der Befragten bekannt, bei 58 Prozent beliebt. Sein Vorgänger David McAllister käme auf eine Bekanntheit von 92 Prozent und eine Beliebtheit von 70 Prozent. Oppositionsführer Björn Thümler wäre bei der Hälfte der Befragten bekannt und bei 56 Prozent von ihnen populär. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) käme auf einen Bekanntheitsgrad von 62 Prozent und eine Beliebtheit von lediglich 39 Prozent. Aber: Wie der Autor auf diese Ergebnisse kommt und wie sie überhaupt festgestellt wurden, bleibt bisher nicht nachvollziehbar.

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