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Doktor Althusmann muss in die nächste Prüfung

Plagiatsverdacht Doktor Althusmann muss in die nächste Prüfung

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann muss weiter um seinen Doktortitel fürchten. Nach einer ersten Überprüfung von Alt­husmanns umstrittener Doktorarbeit hält die Universität Potsdam an dem gegen den CDU-Politiker erhobenen Plagiatsverdacht fest.

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Bernd Althusmann muss weiter um seinen Doktortitel fürchten.

Quelle: dpa

Hannover/Potsdam. Der Dekan der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Klaus Goetz, habe „die Verdachtsmomente nicht hinreichend ausräumen“ können, teilte die Universität am Mittwoch mit.

Nun wird eine spezielle Prüfungskommission Althusmanns Arbeit unter die Lupe nehmen. Mit einer endgültigen Entscheidung zu der Frage, ob er seinen Titel behalten darf, ist frühestens in einem Monat zu rechnen.

Althusmann zeigte sich gestern wenig überrascht von der Nachricht aus Potsdam. „Es ist keine neue Sachlage eingetreten – jetzt wird die eigentliche Prüfung eingeleitet, was aus meiner Sicht zu erwarten war“, sagte der Minister.
Die Doktoraffäre war vor drei Wochen ins Rollen gekommen, nachdem ein von der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Auftrag gegebenes Gutachten Althusmann die Missachtung wissenschaftlicher Standards bescheinigt hatte. Althusmann hat sich demnach in seiner Arbeit aus den Werken anderer bedient, ohne dies in der vorgeschriebenen Weise kenntlich zu machen.

Althusmann, der zurzeit auch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz der Länder ist, wies gestern die Plagiatsvorwürfe zurück: „Ich habe zu keiner Zeit und in keiner Form getäuscht, sondern – ganz im Gegenteil – alles dokumentiert, was ich gelesen hatte.“ Bei seiner umstrittenen Zitierweise habe er sich an einer Dissertation orientiert, die ihm sein Doktorvater, Prof. Dieter Wagner, als Musterbeispiel vorgelegt hatte. Althusmann räumte allerdings handwerkliche Fehler in seiner vor vier Jahren eingereichten Schrift ein: „Ich musste die Arbeit mehrfach überarbeiten, bevor ich sie abgeben durfte. Dabei mögen in den Fußnoten einige Seitenzahlen verrutscht sein.“ So erklärt sich Althusmann, dass er auch seinen Doktorvater mit falschen Seitenangaben wiedergegeben hat.

SPD, Grüne und Linke im niedersächsischen Landtag forderten Althusmann auf, sein Amt als Vorsitzender der Kultusministerkonferenz bis zur Entscheidung der Universität ruhen zu lassen. „Althusmann muss sich die Frage stellen, wie er Schülern und Lehrern gegenüber von Leistungsprinzipien reden kann, ohne dass seine Zuhörer anfangen zu lachen“, sagte SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt. Althusmann schloss einen Rücktritt gestern zunächst aus: „Ich sehe in meiner Zitierweise kein Hindernis, meine Ziele als Kultusminister weiterhin verfolgen zu können.“

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