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Föderalismusreform

Duin will Land Bremen abschaffen

Von Klaus Wallbaum

Der niedersächsische SPD-Landesvorsitzende Garrelt Duin fordert eine Korrektur der Föderalismusreform und stellt den Bestand kleiner und armer Bundesländer infrage. „Ein Land wie Bremen darf es 2020 nicht mehr geben“, sagte Duin im Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Der Länderfinanzausgleich, der den Geldfluss von reicheren zu ärmeren Ländern regelt, sei „zu einer Hospizbewegung mutiert“ – er habe nur noch den Zweck, mittelfristig nicht mehr lebensfähige Länder über Wasser zu halten. Duin zieht eine vernichtende Bilanz der bisherigen Ergebnisse einer Föderalismusreform, die unter Vorsitz des SPD-Bundestagsfraktionschefs Peter Struck und des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) entwickelt wurden. Die dort vereinbarte und bereits beschlossene Schuldenbremse, die den Bundesländern von 2020 an die Nettokreditaufnahme verbietet, und die alleinige Zuständigkeit der Länder für die Bildungspolitik passten nicht zusammen.

Viele Länder würden es schwer haben, in absehbarer Zeit die notwendigen Investitionen für Schulen und Hochschulen aufzubringen. „Damit sind die Resultate der Föderalismuskommission in meinen Augen Murks“, sagte Duin. Der SPD-Vorsitzende forderte einen neuen Anlauf zur Staatsreform. Dabei dürfe es kein Tabu sein, einen Teil der bildungspolitischen Zuständigkeiten an den Bund abzutreten.

Schon heute sei die Länderkompetenz für Bildungsfragen oft eine Fiktion, weil die Kultusministerkonferenz in der Praxis eine Angleichung von Bildungsstandards bewirke. Für den Kraftakt, den die Bildungspolitik in den kommenden Jahren nötig habe, seien die Länder überdies zu schwach, ein starkes Engagement des Bundes sei unausweichlich. Anstelle von heute 16 reichen nach Duins Ansicht langfristig „fünf oder sechs Bundesländer“ aus. Die Eigenständigkeit von Bremen solle in den kommenden elf Jahren aufgegeben werden. Dass Niedersachsen dann als einziges Bundesland infrage kommt, Bremen zu übernehmen, erwähnt Duin an dieser Stelle nicht.

Vor einigen Tagen hatte schon der scheidende SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Peter Struck gefordert, Deutschland benötige „auf mittlere Sicht eine Zusammenlegung von Bundesländern“. Duin ist niedersächsischer SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl am 27. September, zugleich gilt er als ein Anwärter auf die Spitzenkandidatur der SPD zur Landtagswahl 2013. Am Freitag erklärte Duin, die Entscheidung über den Ministerpräsidentenkandidaten der SPD falle im Juni 2010, wenn der SPD-Landesvorsitzende neu gewählt wird. „Wer dann als Vorsitzender gewählt wird, wird die Position des Herausforderers des Ministerpräsidenten übernehmen“, betonte Duin.

Falls es für die Wahl zum Parteichef nächstes Jahr mehrere Bewerber geben sollte, halte er „das Instrument der Mitgliederbefragung für sinnvoll“. Duin betonte, dass für ihn weder im Bund noch in Niedersachsen eine Kooperation mit der Linkspartei infrage kommt. „Mit Antisozialdemokraten können wir nicht zusammenarbeiten.“ Dies sei aber seine persönliche Meinung, nicht die Beschlusslage der Partei.

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  • Länderneuordnung reicht nicht aus Unteramtsrat – 21.07.09
    Scheinbar scheint keiner der Autoren zu wissen, dass eine Neuordnung der Länder egal nach welchen Gesichtspunken auch immer fast unmöglich ist. Das GG lässt grüßen. Ein freiwillige Fusion wird ebenfalls nie stattfinden, weil dann und komischerweise nur dann von der Landespolitik zum Volksentscheid aufgerufen wird.
    Ich einfachste und aus meiner Sicht auch eleganteste Lösung, wäre eine Verfassung für Deutschland zu erarbeiten, die auf Gemeinden, Kreisen und Metropolregionen basiert. Man spart sich 16 Landtage und Bürgerschaften.
  • Neuordnung der Bundesländer Ulrich Schürholz – 21.07.09
    Ich bin der Ansicht, daß sich eine Neuordnung der Bundesländer an den vorhandenen orientieren kann, aber nicht muß. Vielmehr hielte ich es für überlegenswert, anhand von Kriterien wie der Größe im qkm und der Bevölkerung in Mio nach sinnvollen neuen Strukturen zu schauen. Dabei sollte auf gewachsene regionale Gemeinschaften unbedingt Rücksicht genommen werden. Beispiel: die unterschiedlichen Volksstämme in Bayern. Die Größe sollte die von NRW oder (max.) Bayern nicht überschreiten und auch in puncto Bevölkerung wäre eine Grenze bei ca. 10 Mio sinnvoll um etwa gleich starke Länder zu haben. Lokale Größen wie Bremen oder Hamburg könnten innerhalb dieser neuen Gebilde mit eigenen Regierungsbezirken quasi entschädigt werden. Ließe man NRW, Bayern und BW unangetastet, verbliebe arithmetisch genug Bevölkerung für max. 6 neue Bundesländer. Weiterhin unterstellt, daß jedes einen großen Ballungsraum bräuchte, wären mit Frankfurt, Hamburg, Berlin, Hannover/Bremen und Leipzig/Dresden die groben Grenzen quasi schon vorgegeben. Jetzt bräuchte man "nur noch" unvoreingenommene Politiker ...
  • Pleite-Länder Jens Huis – 20.07.09
    bremen abschaffen: Das sagt ja der Richtige. Das Land Niedersachsen ist seit seiner Gründung ein Nehmerland im Finanzausgleich, im Gegensatz zu Bremen, das jahrzehntelang eingezahlt hat. Insofern müsste man Niedersachsen genauso schnell abschaffen.
  • Abschaffung der Freien Hansestadt Bremen Kai Wragge – 18.07.09
    Herr Duin sollte ins Grundgesetz sehen und keinen populistischen Quatsch reden. Die Länder bilden den Bund, nicht umgekehrt. Eine Neugliederung des Bundesgebietes ist nur durch Volksabstimmungen in den betroffenen Gebieten möglich. In Bremen wird es für das Ende der Selbständigkeit niemals eine Mehrheit geben. Sie hätte auch keinen Sinn. Bremen hat nach Hamburg das zweithöchste Bruttoinlandsprodukt Deutschlands.
    Würden wir wie vor der Finanzreform unsere erwirtschafteten Steuern behalten dürfen, würden unsere Umlandgemeinden noch mehr Probleme haben als ohnehin schon.
    Vor kurzem hat Niedersachsen gerade 14 Quadratkilometer, die Luneplate an Bremen abgetreten. Außerdem beteiligen wir uns am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, weil Niedersachsen unser Geld und unser Knowhow braucht. Wir sind mit Niedersachsen mindestens auf Augenhöhe.
    In der viel kleineren Schweiz kommt keiner auf die Idee, einige der 26! Kantone bzw. Halbkantone zusammenzulegen. Ebenso sollen auch Luxemburg oder Malta (mit jeweils weniger Einwohnern als Bremen)ihren Status als selbständige Staaten nicht verlieren.
    Die politische Karriere von Herrn Duin ist sicher bald beendet.
    Bremen bleibt frei!

    Kai Wragge
    Bremen
  • Systemwechsel erforderlich Unteramtsrat – 18.07.09
    Wieder eine Einsicht die Jahrzehnte zu spät kommt. Andererseits ist Entscheidung hinsichtlich der Förderalismuskommission bereits Lichtjahre überholt. Aus meiner Sicht hilft nur noch der Systemwechsel zum Zentralstaat, welcher mit enormer Kosteneinsparung -wer braucht noch die KMK- auch zu mehr Chancengleichheit im Bereich Bildung führen muss.
  • kleine Bundesländer Querkopf – 18.07.09
    Zumindest folgende Bundesländer müssen aus Spargründen zusammen gelegt werden:
    Rheinland-Pfalz und das Saarland, Niedersachsen und Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt und Thüringen.
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