Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Arbeitslose haben häufig Migrationshintergrund

Nach Studie Arbeitslose haben häufig Migrationshintergrund

Eine Erhebung der Arbeitsagentur wirft ein neues Schlaglicht auf die Integrationsdebatte. Erstmals zeigen exakte Zahlen, dass es Menschen mit Migrationshintergrund besonders schwer haben bei der Jobsuche. Fehlende Qualifikation ist ein Grund - doch selbst Akademiker leiden.

Voriger Artikel
Handelte Paschedag nur fahrlässig?
Nächster Artikel
„Dieses Auto bringt ein Problem“

Studie:Ein Drittel der Arbeitslosen hat Migrationshintergrund.

Quelle: dpa

Hannover. Jeder dritte Arbeitslose in Niedersachsen hat einen Migrationshintergrund. In Bremen ist es sogar beinahe jeder zweite. Das besagt eine Erhebung der Arbeitsagentur, die nach Angaben der Behörde erstmals bundesweit untersuchte, wie groß der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in der Arbeitslosenstatistik ist. Die am Freitag in Hannover vorgelegte Statistik zeigt, dass Menschen mit ausländischen Wurzeln besonders oft keine Arbeit finden.

"Die Kernproblematik ist eindeutig fehlende Qualifikation", sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus Stietenroth. Es mangele oft an Abschlüssen und Sprachkenntnissen. Auch Qualifikationen, die Deutschland nicht anerkenne und nicht zuletzt auch Diskriminierung - etwa bei eindeutig ausländischen Namen - seien ein Problem. Test mit anonymisierten Bewerbungen hätten diese Ungerechtigkeit belegt.

Rund 17 Prozent der Bevölkerung in Niedersachsen haben einen Migrationshintergrund, was leicht unter dem Bundesdurchschnitt der 20 Prozent liegt. In der Gruppe der Arbeitslosen beträgt der Anteil aber 33 Prozent, was fast exakt Bundesniveau ist (34 Prozent). Bremen steht mit seinen 46 Prozent klar darüber. Größer ist die Problematik nur in Hessen und Hamburg (49 Prozent) sowie Baden-Württemberg (51). Im Osten - mit Ausnahme Berlins - ist die Problematik weit geringer.

Laut Definition ist ein Migrationshintergrund gegeben, wenn jemand keinen deutschen Pass besitzt - also Ausländer ist - oder im Ausland geboren wurde oder mindestens ein Elternteil von dort stammt. Auch die Spätaussiedler zählen dazu, nicht aber die Vertriebenen.

Rund 75 Prozent der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund sind Hartz-IV-Empfänger und zwei Drittel haben keinen Berufsabschluss. Zum Vergleich: Bei den Arbeitslosen ohne Migrationshintergrund beziehen nur 60 Prozent Hartz IV und nur ein Drittel steht ohne Abschluss da. Doch selbst bei Akademikern - also Hochqualifizierten - besteht das Ungleichgewicht noch fort. Das Risiko keine Arbeit zu finden, ist doppelt so hoch.

Arbeitsmarktexperte Stietenroth sieht vorerst keinen besonderen Handlungsbedarf für seine Behörde. Die Jobcenter seien längst darauf vorbereitet, Arbeitssuchende individuell zu fördern. Berufsabschlüsse nachzuholen oder Sprachkurse anzubieten sei schon Förderschwerpunkt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen
Niedersächsischer Landtag beschließt Auflösung

Nach knapp 20 Minuten war alles vorbei: Per namentlicher Abstimmung haben die Abgeordneten des Landtags die Auflösung des Parlaments beschlossen. Damit ist der Weg für die Neuwahlen endgültig frei.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr