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Eltern und Kindern starten "Volksbegehren für gute Schule"

Unterschriftenaktion Eltern und Kindern starten "Volksbegehren für gute Schule"

Die ersten Unterschriften kamen von vier Oppositionspolitikern und einem Kinderbuchautoren – Eltern und Lehrer aus ganz Niedersachsen haben gestern in Hannover ein „Volksbegehren für gute Schulen“ gestartet.

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„Individuelle Angebote machen“: Dieter Galas, Mitinitiator des Volksbegehrens.

Hauptforderungen sind die Verlängerung der Schulzeit auf wieder 13 Jahre an Gymnasien und Gesamtschulen sowie der Erhalt der Vollen Halbtagsschulen. Zudem soll die Neugründung von Gesamtschulen erleichtert werden. Bislang müssen die neuen Schulen fünf Klassen pro Jahrgang aufweisen. Die Initiatoren des Volksbegehrens fordern, dass neue Gesamtschulen nur vierzügig sein müssen und im Ausnahmefall auch dreizügig sein dürfen.

Die Wiedereinführung der 13 Schuljahre bedeute aber nicht, dass Schüler nicht auch schneller zum Abitur kommen könnten, sagte Dieter Galas. Der ehemalige Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und frühere Leiter der Integrierten Gesamtschule Langenhagen hat das Volksbegehren formuliert. Er sagte, Schüler könnten auch Klassen überspringen oder man könnte spezielle Klassen einrichten, in denen die Jugendlichen das verkürzte Abitur nach zwölf Jahren ablegen.

„Unsere Kinder sollen sich auch noch sozial oder in Sportvereinen engagieren können anstatt nur durch die Schule gehetzt zu werden“, sagte Tatjana Matuschke-Fricke aus Ronnenberg, eine der Initiatoren des Volksbegehrens. Die zahlreichen Proteste und Demonstrationen von Eltern, Schülern und Lehrern gegen das neue Schulgesetz, das unter anderem das Turboabitur auch an Gesamtschulen und die Abschaffung der Vollen Halbtagsschulen ab 2010 vorsieht, hätten nichts genützt. „Die Regierung hat den Willen der Eltern und die Ratschläge der Experten einfach ignoriert“, sagte sie.

„Dem Lernen mehr Zeit geben und nicht immer mehr Zeit zu nehmen“, müsse die pädagogische Devise sein, sagte Prof. Manfred Bönsch. Der Erziehungswissenschaftler gehört genauso zu den Unterstützern des Volksbegehrens wie Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, Regionspräsident Hauke Jagau und der Soziologe Oskar Negt. Den Vorwurf, sie seien nur der außerparlamentarische Arm der Opposition, wiesen die Initiatoren entschieden zurück: „Wir sind überparteilich und an keine Ideologie gebunden.“ Man sei im Gespräch mit dem Landeselternrat und dem Philologenverband. Ihre Unterstützung haben gestern gleichwohl SPD, Grüne und Linke zugesichert. GEW-Landesvorsitzender Eberhard Brandt sprach von „Bewegung in der Bildungslandschaft“.

Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, Volksbegehren anzuschieben sei ein demokratisches Grundrecht. Schon jetzt könne jeder Schüler das Abitur erreichen, manche in zwölf, andere in 13 Jahren. Für den Erfolg des Volksbegehrens müssen innerhalb eines Jahres zehn Prozent der Wahlberechtigten, rund 608 700 Menschen, unterschreiben. Zulässig ist das Volksbegehren nur, wenn in den nächsten sechs Monaten mindestens 25 000 Stimmen zusammenkommen.

Von Saskia Döhner

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