Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Eltern und Lehrer fordern Pause bei Inklusion
Nachrichten Politik Niedersachsen Eltern und Lehrer fordern Pause bei Inklusion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 13.05.2017
Quelle: Archiv/Symbolbild
Anzeige
Hannover

Laut aktuellen Zahlen, die die Landesregierung gestern präsentierte, besuchen jetzt 61,4 Prozent der Kinder mit Förderbedarf von Jahrgang eins bis acht eine reguläre Schule.

Doch dort laufe die Unterstützung nicht gut, kritisiert von Bose: „Für eine inhaltliche Gestaltung braucht man Zeit, aber die haben die Sonderpädagogen, die als Dauerreisende von Regelschule zu Regelschule pendeln, nicht.“ Matthias Ahäuser, Schulelternratsvorsitzender der Albert-Liebmann-Schule in Hannover und Mitglied im Regionselternrat, berichtet von enttäuschten Eltern, die ihre Kinder an Regelschulen hatten und jetzt doch lieber wieder auf Förderschulen schickten. An den Regelschulen seien die Kinder nicht genügend unterstützt worden, weil Personal fehle.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) lehnt eine Pause ab. Man müsse immer schauen, wie man besser werden könne, aber „den Rückwärtsgang einzulegen ist keine Option“, sagte ihr Sprecher. Die Ministerin kündigte aber an, mehr pädagogisches Personal einzustellen. Eine Zahl nannte sie dafür nicht.

Derweil steigt die sogenannte Inklusionsquote in Niedersachsen: Waren 2013 noch 3187 Schüler mit Handicap auf einer Regelschule, so sind es im laufenden Schuljahr schon 22 879. Knapp die Hälfte dieser Kinder ist auf der Grundschule, an zweiter und dritter Stelle folgen Oberschulen (19 Prozent) und Gesamtschulen (16). Realschulen (2,5) und Gymnasien (2,6) spielen kaum eine Rolle.

Kinder mit einer geistigen oder einer Lernbehinderung könnten sehr wohl ein Gymnasium besuchen, auch wenn sie kein Abitur erreichen könnten, sagte Heiligenstadt und berichtete von einem Mädchen mit Down-Syndrom, das die achte Klasse eines Gymnasiums besuche.

Kritik kommt auch vom Verband Niedersächsischer Lehrkräfte: Es gebe keinen Anlass für Euphorie. „Die Inklusion läuft immer noch nicht rund und bedarf intensiver Unterstützung“, sagte Verbandschef Manfred Busch. Björn Försterling (FDP) kritisierte, dass sich die Zahl der Finanzmittel nur verdoppelt, die Zahl der Schüler aber versiebenfacht habe. „Es steht dramatisch weniger Geld und somit auch Ausstattung und Betreuung pro Kind zur Verfügung.“ CDU-Schulpolitiker Kai Seefried sagte, es sei „eine Unverschämtheit“ der Ministerin, sich für eine steigende Inklusionsquote zu loben, nachdem man die Förderschulen abgeschafft und damit den Eltern die Wahlmöglichkeit genommen habe.

Justizministerin Niewisch-Lennartz (Grüne) war mit Kriminalitätsexperten aus Niedersachsen in den USA unterwegs. In -Pennsylvania informierten sie sich über die dortigen Datensammlung im Dunkelfeld – und kam klüger wieder zurück.

Michael B. Berger 13.05.2017

Nach heftigen Protesten der Bauern gegen das geplante neue Wassergesetz ist die rot-grüne Landesregierung jetzt den Interessen Landwirtschaft entgegengekommen.

Michael B. Berger 12.05.2017
Der Norden SPD-Landtagsfraktion feiert 70-jähriges Bestehen - Schröder fordert "klare Kante" von den Grünen

Die SPD-Landtagsfraktion feierte am Montag im Alten Rathaus in Hannover ihr 70-jähriges Bestehen. In einer nachdenklichen Rede sprach Altbundeskanzler Gerhard Schröder über Veränderungen in Europa und forderte ein klares Bekenntnis der Grünen zum Bündnis mit den Sozialdemokraten. 

Michael B. Berger 11.05.2017
Anzeige