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Niedersachsen Exxon sucht in Niedersachsen „unkonventionelles“ Erdgas
Nachrichten Politik Niedersachsen Exxon sucht in Niedersachsen „unkonventionelles“ Erdgas
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23:08 04.10.2009
Von Klaus Wallbaum
Exxon-Manager Rex Tillerson Quelle: afp
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Eine entsprechende Mitteilung machte Exxon anlässlich eines Besuchs von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in Houston im US-Bundesstaat Texas.

„In Betracht kommt ein 100 Kilometer breiter Streifen parallel zur Grenze zu den Niederlanden“, sagte Exxon-Manager Gernot Kalkoffen vor Journalisten in Houston. „Bis zum Sommer 2010 wollen wir Klarheit haben, inwieweit dort weitere Gasvorkommen vorhanden sind und ausgeschöpft werden können.“

Wulff sagte zu, bei den anstehenden Gesprächen mit den betroffenen Gemeinden behilflich zu sein, und verwies auf das hohe Investitionsvolumen: Allein für die Probebohrungen gehe es um mehrere Hundert Millionen Euro.

In Niedersachsen liegen 90 Prozent der konventionellen Gasvorräte in Deutschland, die man seit Langem fördert und mit denen derzeit bereits rund zehn Millionen Haushalte versorgt werden. Bei den vermuteten zusätzlichen Vorkommen handelt es sich um sogenanntes unkonventionelles Gas: Es befindet sich in besonders kleinporigen Gesteinsschichten und ist deshalb nur mit hohem technischem Aufwand zu erschließen. Die konventionellen Vorräte werden in 20 bis 30 Jahren erschöpft sein. Mit der Erschließung der vermuteten unkonventionellen Gasvorräte könnte sich die Verfügbarkeit des fossilen Brennstoffs um 30 bis 50 Jahre verlängern, sagte Exxon-Manager Kalkoffen. Sollte sich der Abbau der unkonventionellen Gasvorkommen als lohnend erweisen, werde Hannover „das europäische Zentrum für die Förderung und Versorgung mit unkonventionellem Gas“.

Der Aufwand für die geplanten zehn Probebohrungen wird auf jeweils 30 Millionen Euro geschätzt. Exxon arbeitet auf dem Feld des unkonventionellen Erdgases mit einer Partnerfirma zusammen: Baker Hughes aus Houston. Diese Firma wiederum hat ihren Deutschland-sitz in Celle. Baker Hughes versteht sich auch auf sogenannte Schrägbohrungen. So sollen schadlos auch Gasvorkommen unter Naturschutzgebieten angezapft werden können.

Wulff kündigte an, in Niedersachsen die wissenschaftliche Erforschung der Bohrtechnik zu verstärken, etwa in einem eigenen Studiengang an der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH). Die TU Clausthal, Teil der NTH, und die Rice-Universität in Houston haben dazu bereits eine engere Zusammenarbeit vereinbart.

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