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Fast 500 Lehrerstellen sind unbesetzt

Lehrermangel in Niedersachsen Fast 500 Lehrerstellen sind unbesetzt

In Niedersachsen konnten zu Beginn dieses Schuljahres 485 Lehrerstellen nicht besetzt werden. Die entsprechenden Lehrer sollen nun bis zum kommenden Schulhalbjahr gefunden werden. Die neue Zahl nannte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Mittwoch, als der Landtag über den Unterrichtsausfall diskutierte. 

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Der Markt ist leergefegt, Bewerber für offene Stellen gerade an Grund, Haupt- und Oberschulen gibt es oft gar nicht. Heiligenstadt wies darauf hin, dass zum neuen Schuljahr 2805 Stellen ausgeschrieben gewesen seien, von denen bis Anfang September 2320 besetzt werden konnten. Der Landtagsopposition reicht das nicht.

Bei fast 500 unbesetzten neuen Stellen könne man nicht von einer Bildungsoffensive sprechen, sagte der CDU-Schulexperte Kai Seefried an die Adresse der Ministerin: „Ihre Offensive ist gescheitert, sie ist ein Märchen.“ An den Gymnasien habe man nur eine Unterrichtsversorgung von 98 Prozent, an den Hauptschulen 97, an den Oberschulen 96 Prozent. Um genügend Vertretungsreserven für Krankheitsfälle und Freiräume für Förderstunden zu haben, müsste die Unterrichtsversorgung bei über 100 Prozent liegen.

Der FDP-Schulexperte Björn Försterling sagte mit Blick auf den Unterrichtsausfall: „Man kann den Eindruck haben, dass in Niedersachsen das Abitur nach 13 Jahren nur eingeführt wurde, damit die Schüler wenigstens 12 Jahre Unterricht genießen können.“

Ministerin Heiligenstadt warf den Oppositionsparteien vor, das „großartige niedersächsische Bildungssystem“ schlecht zu reden. Der SPD-Schulexperte Stefan Politze führte an, dass das Land allein 30 Millionen Euro für einen Vertretungslehrer-Pool ausgebe, der 600 Stellen entspreche. Heiner Scholing von den Grünen sagte, die Schulen reagierten viel kreativer auf schwierige Lage als die Opposition im Landtag.

In der behördlichen Praxis scheint es allerdings bisweilen Schwierigkeiten mit zügigen Einstellungen zu geben. Obwohl etwa Sprachlehrer für Flüchtlingskinder dringend gesucht werden, berichteten mehrere Interessenten der HAZ, dass ihre Bewerbungsunterlagen bei der Landesschulbehörde verlorengegangen seien. Eine pensionierte Lehrerin aus Neustadt am Rübenberge sagte, sie versuche seit mehr als einem halben Jahr, einen Vertrag als Sprachlehrerin an einer Grundschule zu bekommen, an der sie bereits seit Februar ehrenamtlich Deutschkurse gebe. Erst habe es von seiten der Behörde geheißen, die Grundschule hätte keinen Anspruch auf eine Sprachlehrerin, dann plötzlich doch. Sie müsse sich aber selbst ausrechnen, wie viele Stunden sie ohne Pensionseinbußen unterrichten dürfte. Die Behörde fühle sich dafür nicht zuständig.

Von Michael B. Berger und Saskia Döhner

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