Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Flüchtlinge sollen ohne Zeugnis studieren dürfen
Nachrichten Politik Niedersachsen Flüchtlinge sollen ohne Zeugnis studieren dürfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 19.06.2015
Besonders begabte Flüchtlinge können Hilfe aus dem Landes-Stipendienprogramm bekommen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

 "Es ist im Interesse der ganzen Gesellschaft, wenn wir das Potenzial dieser Menschen nicht brach liegen lassen und ihnen dabei helfen, Bildungschancen zu ergreifen", sagte am Freitag Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) in Hannover.

Aufnahmetest als Zugangsvoraussetzung

Zuvor müssten die Flüchtlinge jedoch einen Aufnahmetest am Studienkolleg überdurchschnittlich gut bestehen. Besonders begabte Flüchtlinge können Hilfe aus dem Landes-Stipendienprogramm bekommen. Zur Verbesserung der Erfolgschancen soll es ab 1. Juli zudem kostenfreie Sprachkurse für alle studienwilligen Flüchtlinge ab dem 18. Lebensjahr geben.

"Damit erleichtern wir es Flüchtlingen, rasch bei uns Fuß zu fassen und geben gleichzeitig einen Anreiz, um zukünftige Fachkräfte in Niedersachsen zu halten", betonte die Ministerin. Ihr Haus fördere die Projekte mit 350.000 Euro. Darüber hinaus können künftig Lehramtsstudierende, die bereits Kompetenzen zur Vermittlung von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache erworben haben, Flüchtlingen im Zuge ihrer Praktika Deutschunterricht erteilen.

Gesellschaftliche Verantwortung

Sie sollen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung unterrichten und werden von den Hochschulen vermittelt. Für diese Koordinationsaufgaben stelle das Ministerium den lehrerbildenden Hochschulen 2015 bis zu 400.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung.

Die niedersächsischen Hochschulen seien sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, sagte der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, Wolfgang-Uwe Friedrich. Sie wollten deshalb "konsequent dazu beitragen, die Bildungschancen von Menschen aus Einwanderungsfamilien weiter zu entwickeln, um ihre Integration zu fördern". Durch Angebote wie Gasthörer-, Paten- und Mentoringprogramme, Schnupperstudien, spezielle Studienangebote und Lehrveranstaltungen, Schreibwerkstätten, Konferenzen, Aktions- und Blockwochen sowie Campus- und Sommerfeste soll Flüchtlingen die Wege auf den Campus weiter geebnet werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Kulturausschuss der Stadt möchte dem ersten niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich-Wilhelm Kopf sein Ehrengrab entziehen, weil er sich zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs auf Kosten verfolgter Juden bereichert haben soll. Das geht Landtagspräsident Bernd Busemann deutlich zu weit. Er findet die Pläne "pietätlos".

Michael B. Berger 22.06.2015

Wohin mit dem Atommüll? Darüber hatten Bund und Länder monatelang ergebnislos verhandelt. Jetzt macht Bundesumweltministerin Hendricks Nägel mit Köpfen: Der Atommüll soll auf vier Bundesländer verteilt werden. Dafür bekommt sie gleich heftigen Gegenwind aus Bayern.

19.06.2015
Niedersachsen Annäherung zwischen Lehrern und Land - Lehrer fordern Machtwort von Weil

Nach dem Urteil des Lüneburger Oberverwaltungsgerichtes, das die Stundenerhöhung für Lehrer für unzulässig erklärte, haben sich Land und Lehrer nun angenähert. Ministerpräsident Weil teilte mit, das Urteil nicht anfechten zu wollen - endgültig will er sich aber erst entscheiden, wenn die Urteilsbegründung vorliegt.

Saskia Döhner 18.06.2015