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Landesregierung hält an Kurs zur Inklusion fest

Große Probleme im Schulbetrieb Landesregierung hält an Kurs zur Inklusion fest

Die Entscheidung der Landesregierung, behinderte Kinder an normalen Schulen mit zu unterrichten, sorgt noch immer für große Probleme in Niedersachsen. Das wurde beim HAZ-Forum zum Thema Inklusion deutlich, an dem mehr als 350 Eltern, Lehrer und Schulleiter teilnahmen.

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Rund 250 Zuschauer interessierten sich für das Forum zur Inklusion.

Quelle: Körner

Hannover. Beklagt wurde bei HAZ-Forum am Montagabend vor allem, dass Schulen oftmals personell nicht ausreichend ausgestattet seien, um Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam zu unterrichten. Viele Lehrer sorgten sich, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden können.

Klappt die Inklusion in den Schulen? Welche Probleme gibt es - und wie können Lösungen aussehen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des HAZ-Forums am Montag im Pressehaus - unter anderen mit der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.

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Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), die an dem Forum teilnahm, räumte ein, dass es noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Inklusion gibt. „Unser größtes Problem liegt darin, dass wir die sonderpädagogischen Stunden an den Regelschulen nicht komplett erteilen können, weil uns schlicht die Lehrkräfte fehlen“, sagte Heiligenstadt. Ihr Ministerium bietet deshalb Lehrern bereits eine berufsbegleitende Fortbildung zum Sonderschulpädagogen an. Auf diesem Weg, so die Hoffnung, will die Kultusministerin innerhalb von fünf Jahren 400 zusätzliche Förderschullehrer gewinnen.

Ein Grundproblem besteht darin, dass die Ausbildungskapazitäten für Sonderschulpädagogen nicht rechtzeitig vor der Einführung der Inklusion erweitert wurden. Bisher starten jährlich 200 Lehramtsstudenten mit der Ausrichtung Sonderschulpädagogik. Heiligenstadt kündigte an, die Studienplatzkapazitäten auf 460 Plätze auszuweiten. Aktuell müssen Stellen, die eigentlich für spezialisierte Sonderschulpädagogen gedacht sind, mit Lehrern der allgemeinbildenden Schulen besetzt werden. Matthias Ahäuser, Schulelternratsvorsitzender einer Sprachförderschule, warf der Landesregierung vor, ohne ausreichende Vorbereitung in die Inklusion gestartet zu sein. Seit drei Jahren steht Eltern in Niedersachsen das Recht zu, ihr behindertes Kind an eine Regelschule zu schicken. Aktuell gilt das für Schüler bis einschließlich der achten Klasse.

Am Montag fand das HAZ-Forum zum Thema "Inklusion an Schulen" statt. Hier einige Publikumsmeinungen

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Die Kultusministerin wies Forderungen nach einer Pause bei der Einführung der Inklusion deutlich zurück. „Wir haben einen Weg beschritten, auf dem wir nicht umkehren werden.“ Eltern von behinderten Schülern aus Hannover hatten die Pause angemahnt, um Mängel bei der Inklusion zu beheben. Vor deren Einführung waren Kinder mit körperlichen oder geistigen Handicaps an Förderschulen unterrichtet worden, die es nicht mehr in dem Umfang wie bisher geben soll. Auf die Frage, wie viele Sonderpädagogen landesweit fehlen und wann die Landesregierung eine ausreichende Versorgung sicherstellen könne, blieb Heiligenstadt die Antwort schuldig.

Kai Seefried, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, sagte der HAZ, es sei gut, dass das Land sich auf den Weg gemacht habe, die Inklusion umzusetzen. „Was mir aber Sorge macht, ist das Tempo der Umsetzung. Es fehlen Ressourcen an allen Stellen.“ Das betreffe nicht nur die Sozialarbeiter und Sonderpädagogen, sondern es gebe auch nicht genug Lehrer in den Schulen. Derzeit werde die Inklusion daher „an vielen Stellen als Problem empfunden“. Er plädiert dafür, Tempo aus dem Prozess zu nehmen. Auch müsse Schluss sein damit, die verschiedenen Förderschulen auslaufen zu lassen. „Die Schulen bekommen zu wenig Unterstützung“, meint Björn Försterling, Schulexperte der FDP-Landtagsfraktion. So gebe es keine landesweiten Qualitätsstandards für Schulbegleiter, die Kindern mit Handicap durch den Schulalltag helfen sollen. Hier müsse das Land nachbessern.

Von Bärbel Hilbig 
und Heiko Randermann

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