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Kritik am Landesetat 2011

GEW hält Schulfusionen für sinnvoll

Von Klaus Wallbaum

Schwindende Schülerzahlen: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert ein Konzept für neue Schulformen - und kritisiert die Landesregierung für ihren Plan, frei werdende Lehrerstellen im kommenden Jahr erst verzögert zu besetzen.

Weil viele Schulen in Niedersachsen zu klein sind, müsse sich die Landesregierung über eine Zusammenlegung Gedanken machen, fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Dies sei eine Konsequenz aus der Veränderung in der Schullandschaft, die von der GEW kritisch beurteilt wird. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft, die Unterrichtsbedingungen zu verbessern. Die Sparbeschlüsse der Regierung zu diesem Thema seien leider enttäuschend.

Der GEW-Vorsitzende Eberhard Brandt appelliert an Kultusminister Bernd Althusmann, sich über die Fusion von kleinen Schulen Gedanken zu machen. „Es reicht nicht, so etwas von oben zu verordnen. Den Schulträgern, Eltern und Lehrern könnte man mit intelligenten Lösungen die Reform schmackhaft machen“, sagte Brandt. So sei es möglich, neu gebildeten größeren Schulen mehr Lehrerstellen zuzuweisen, ihnen eine Ganztagsbetreuung oder andere Förderkonzepte zuteil werden zu lassen.

Nach Angaben von Brandt haben 67 Prozent der Hauptschulen in Niedersachsen nur eine Klasse je Jahrgang, in bestimmten Jahrgängen sogar gar keine. „Kleine Hauptschulen binden unheimlich viele Lehrerstellen“, sagt der GEW-Vorsitzende. Das gelte auch für Mini-Grundschulen. In ländlichen Gegenden mit weiten Entfernungen müssten kleine Schulen sicher bestehen bleiben, doch Kleinstschulen gebe es auch in Ballungsräumen. Es sei Aufgabe der Landesregierung, ein Konzept auf den Weg zu bringen. Erwartungsvoll sieht die GEW auch der Ankündigung von Ministerpräsident David McAllister entgegen, die Schulformen in Gebieten mit stark zurückgehender Schülerzahl zu verändern. Brandt hält es für sinnvoll, die bisherigen Hürden für Gesamtschulen fallen zu lassen. Auch vier- oder dreizügige Gesamtschulen müssten zugelassen werden, damit ein Schulangebot mit der Möglichkeit zum späteren Abitur in möglichst jeder Region wohnortnah möglich bleibt.

Kritik übt Brandt am Plan der Regierung, etwa 1000 frei werdende Lehrerstellen im nächsten Jahr nicht sofort, sondern um einige Monate verzögert zu besetzen. „Damit werden Löcher in die Personalversorgung der Schulen gerissen“, betonte Brandt und erinnerte daran, dass schon heute in vielen Bereichen die Klassen zu groß seien. Es würden Lehrer benötigt, damit die Zahl der Schüler je Klasse gesenkt werden könne. Die Gefahr bestehe, sagte der GEW-Vorsitzende, dass junge Lehrer nach Nordrhein-Westfalen oder Hessen abwandern, weil sie in Niedersachsen auf ihren Einsatz als Lehrer warten müssten. „Diese Leute bekommen wir später nicht mehr zurück.“

Auch der Philologenverband, die Organisation der Gymnasiallehrer, forderte wie die GEW eine Verkleinerung der Klassen. Vor allem Gymnasien mit durchschnittlich 28,5 Schülern je Klasse litten unter dem Problem. Wenn im nächsten Jahr wegen der Verkürzung der gymnasialen Schulzeit Lehrer an Gymnasien entbehrlich würden, müssten diese für die Verkleinerung der Klassen eingesetzt werden – und nicht zur Bewältigung der Haushaltsprobleme des Landes, forderte der Verband.

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