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Krankheiten von Flüchtlingen keine Bedrohung

Experten geben Entwarnung Krankheiten von Flüchtlingen keine Bedrohung

Mit den Flüchtlingen kommen auch wieder Krankheiten nach Deutschland, die hier selten geworden sind. Doch jeder Flüchtling werde mehrfach untersucht, und die Krankheiten seien keine Gefahr für die hier lebenden Menschen, betonen Gesundheitsexperten.

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In vielen Unterkünften sind Flüchtlinge auf beengtem Raum untergebracht. Das birgt auch gesundheitliche Gefahren - die Experten allerdings für beherrschbar halten.

Quelle: Dpa

Hannover. Es habe Brandbriefe von Landräten gegeben, die sich Sorge um den Gesundheitszustand der Flüchtlinge  machten, sagte CDU-Fraktionschef Björn Thümler bei der Sondersitzung des niedersächsischen Landtags am Donnerstag. Personen, die sich möglicherweise mit Windpocken angesteckt hatten, waren ohne Gesundheitsprüfung auf die Kommunen verteilt worden. "Das Land muss einen Gesundheitsschutz gewährleisten", forderte der CDU-Fraktionschef von der Landesregierung. Das sei derzeit nicht gewährleistet, weil offenkundig die Mitarbeiter in den Aufnahmeeinrichtungen nicht mehr hinterherkämen mit den Gesundheitschecks.

Es sind nicht nur Windpocken. "Unter den derzeitig zahlreichen eintreffenden Asylsuchenden kam es in den letzten Wochen zum vereinzelten Auftreten schwerer, seltener, zum Teil mit der Fluchtreise assoziierten Erkrankungen", schrieb das Robert-Koch-Institut vergangene Woche in einem Bulletin für medizinisches Personal in ganz Deutschland. So könne es sein, dass Asylsuchende mit einer Malaria-Infektion anreisen oder eine Tuberkulose-Erkrankung mitbrächten. Gerade wenn sie sich wochenlang irgendwie durch Europa geschlagen hätten, seien zudem hygienebedingte Erkrankungen wie Krätze oder Läusebefall denkbar. Grundsätzlich gelte aber, dass bei allen diesen Krankheiten "eine Ausbreitung in die Allgemeinbevölkerung sehr unwahrscheinlich" sei, betonen die Experten des Instituts.

Denn Malaria werde durch Mücken, nicht aber von Mensch zu Mensch übertragen. Krätze oder  Läuse seien leicht zu behandeln. Tuberkulose wiederum sei erst ansteckend, wenn es bereits Lungenveränderungen gegeben hat. Nach diesen Symptomen wird beim ersten Gesundheitscheck geschaut: "Flüchtlinge werden bei Aufnahme in eine Erstaufnahmeeinrichtung durch eine Röntgenaufnahme auf TBC hin untersucht", erklärte das Landesgesundheitsamt auf Anfrage. Außerdem erfolgen weitere Medizinchecks in den Kommunen - sollte eine latente Tuberkulose-Erkrankung bei der ersten Prüfung nicht festgestellt worden sein, würde sie spätestens dann erkannt werden.

Zusätzlich werden alle Flüchtlinge auf ihren Impfstatus gegen Infektionskrankheiten wie Masern oder Röteln untersucht. Im Zweifel sollten alle Asylbewerber gegen diese Krankheiten geimpft werden, auch um die Gefahr einer Epidemie in den überfüllten Aufnahmeeinrichtungen zu mindern.

von Heiko Randermann

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