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Niedersachsen Glatte Wahl Busemanns ebnet Weil den Weg
Nachrichten Politik Niedersachsen Glatte Wahl Busemanns ebnet Weil den Weg
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00:15 22.02.2013
Von Michael B. Berger
Quelle: Ministerpräsident Stephan Weil posiert mit seinem neuen Kabinett vor dem Landtag.
Hannover

Da stehen sie nun im Leibniz-Saal des niedersächsischen Landtages und warten. Rechts die alten Minister, links die neuen. Manche der alten schauen verdrießlich, Ex-Innenminister Uwe Schünemann etwa oder sein Kollege Hartmut Möllring. Sie alle warten mit dem frischgekürten Ministerpräsidenten Stephan Weil auf einen weiteren Ex-Minister, der ebenfalls seine Entlassungsurkunde erhalten soll, Bernd Busemann. Nach zehn Minuten Verspätung kommt er schließlich.

Nur für Busemann ist der 19. Februar ein Glückstag: Seite heute ist der Christdemokrat, Ex-Justizminister, der zumindest protokollarisch erste Mann im Lande Niedersachsen: der Landtagspräsident.

"Wir wollen kein Kasperletheater"

Die Tatsache, dass für Rot-Grün am 19. Februar alles glattging und Stephan Weil die nötige Ein-Stimmen-Mehrheit bei der Wahl des Ministerpräsidenten erhielt, dürfte auch der Voraussetzung geschuldet sein, dass bei der Wahl Busemanns alles glattging. Denn nicht wenige grummelten im rot-grünen Lager, dass Busemann nicht selbst die Konsequenzen aus einer 0,8 Promille-Fahrt gezogen hatte und auf das Amt des Landtagspräsidenten verzichtete. Aber die CDU blieb bei ihrem Kandidaten und die SPD willigte schließlich ein, ihn mitzuwählen, weil er seine unüberlegte Spritztour öffentlich bereute und Besserung gelobte. Die Erwartung mit einem so geläuterten Landtagspräsidenten auf eine im parlamentarischen Umgang etwas freundlichere CDU zu stoßen, verbesserten Busemanns Aussicht auf Erfolg. "Vor allem wollten wir kein Kasperletheater vor der Wahl von Stephan Weil. Das ist sein Tag", sagte eine Sozialdemokratin.

Und so kam es. Um 12.50 Uhr stand fest, dass Stephan Weil neuer niedersächsischer Ministerpräsident ist. Er bekam exakt die 69 Stimmen, die Rot-Grün aufzubieten hatte, nicht eine Stimme mehr, nicht eine weniger. 68 Abgeordnete hatten gegen Weil gestimmt, dessen Gesichtsröte vor der Wahl einem befreiten Lachen wich. Ex-Ministerpräsident David McAllister brauchte fünf Minuten, bis er, mit einem eher wächsernen Gesicht, zu den SPD-Pulten eilte, um seinem Kontrahenten zu gratulieren, der stehenden Beifall von SPD und Grünen erhielt. "Ich darf mich sehr, sehr herzlich bedanken", sagte ein sichtlich gerührter Weil, der sich an diesem Dienstag noch an die stete Anrede "Herr Ministerpräsident" gewöhnen muss.

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