Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Grüne rechnen mit großem Widerstand gegen Castor-Transporte

Gorleben Grüne rechnen mit großem Widerstand gegen Castor-Transporte

Deutlich mehr Proteste als in der Vergangenheit erwartet die Grünen-Bundesspitze zum bevorstehenden Castor-Transport ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben. Bundesumweltminister Norbert Röttgen verteidigt hingegen die Wiederaufnahme der Salzstock-Erkundungen.

Die Grünen-Bundesspitze erwartet zum bevorstehenden Castor-Transport mit Atommüll ins Zwischenlager Gorleben deutlich mehr Proteste als in der Vergangenheit. „Wir rechnen mit mehr breitem Widerstand als je zuvor“, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth am Montag in Gorleben.

Der Bundesvorstand der Partei und die Bundestagsfraktion waren dort am Vormittag zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Das Treffen sei ein Ausdruck der Solidarität mit den Menschen in der niedersächsischen Region, sagte die Parteichefin. Die Grünen wollen in Gorleben auch über Aktionen gegen den bevorstehenden Castortransport beraten.

Parteichefin Claudia Roth bezeichnete die Wiederaufnahme der Arbeiten im Salzstock Gorleben als Provokation für große Teile der Bevölkerung. Aus der CDU kam die Forderung, die Grünen sollten ihren Einfluss nutzen und jeder Art von Gewalt bei den Atomprotesten eine Absage erteilen. Grünen-Chefin Roth sagte: „Wir haben immer zu friedlichen Demonstrationen aufgerufen.“

Mit Blick auf den Polizeieinsatz bei Protesten gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 sagte Roth, es werde versucht, das Demonstrationsrecht infrage zu stellen. „Uns geht es um die Grundrechte der Beteiligung der Menschen, heute ist Stuttgart auch in Gorleben.“

Die Anti-Atom-Initiative „X-tausendmal quer“ forderte, die niedersächsische Polizei müsse einer Strategie der Deeskalation höchste Priorität einräumen. Bei Straßenblockaden von Atomkraftgegnern am Wochenende im Wendland war die Stimmung friedlich.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat indes die Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches Atommüll-Endlager gegen Kritik verteidigt. Er sagte am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“, das von Rot-Grün beschlossene Moratorium bei der Endlagersuche sei „feige und verantwortungslos“ gewesen. Er billige jedem Bürger zu, gegen Kernenergie zu sein, sagte Röttgen. „Aber wir können nicht negieren, dass wir seit Jahrzehnten Kernkraftwerke nutzen. Dabei entsteht radioaktiver Müll, und den können wir nicht einfach der nächsten Generation vor die Füße kippen.“

Röttgen sprach sich für eine ergebnisoffene Suche aus. Das Ergebnis könne niemand vorwegnehmen. Es werde eine Bürgerbeteiligung geben, sagte der Minister.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wendland
Atomkraftgegner haben am Samstag im Wendland friedlich gegen den Kurs der Bundesregierung protestiert.

Die Straßenblockaden sollen nur der Auftakt sein: Hunderte Atomkraftgegner haben im niedersächsischen Wendland friedlich gegen den Kurs der Bundesregierung protestiert. Im November wollen dort Zehntausende demonstrieren, wenn der nächste Castor rollt.

mehr
Mehr aus Niedersachsen
Stühlerücken in der niedersächsischen Politik

Wer spielt welche Rolle im neuen Landtag? Einige Personalien zeichnen sich schon ab.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr