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Grünes Licht für über 100 neue Ganztagsschulen

Schulpolitik Grünes Licht für über 100 neue Ganztagsschulen

Die neue Landesregierung gibt grünes Licht für eine Vielzahl neuer Ganztagsschulen. Eine bessere finanzielle Ausstattung als unter Schwarz-Gelb bekommen einzig die Integrierten Gesamtschulen. Die Kultusministerin begründet das mit Finanzlöchern im Haushalt.

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Die neue Landesregierung gibt grünes Licht für eine Vielzahl neuer Ganztagsschulen.

Quelle: dpa

Hannover. Kultusministerin Frauke Heilgenstadt (SPD) treibt den Ausbau der Ganztagsschulen voran: Voraussichtlich 158 neue Ganztagsschulen, größtenteils Grundschulen, können zum neuen Schuljahr an den Start gehen, teilte sie am Freitag in Hannover mit. Einziger Wermutstropfen: Die Schulen erhalten dafür nur eine geringe finanzielle Ausstattung: In den Jahrgängen 1 und 2 sowie 5 und 6 gibt es pro Klasse jeweils 2,5 Lehrerstunden. In den höheren Jahrgängen gibt es gar kein Zuschuss mehr vom Land, obwohl natürlich auch ältere Schüler von dem Ganztagsangebot profitieren.

Schulen mit einem freiwilligen Angebot an drei Nachmittagen in der Woche hatte Heiligenstadt als Oppositionspolitikerin immer als „Ganztagsschule light“ verspottet. Als Ministerin muss sie nun selbst dieses Modell genehmigen. „Ich hätte die Schulen gern besser ausgestattet“, sagte Heiligenstadt gestern, „aber die tiefen Finanzlöcher, die uns die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hinterlassen hat, lassen dies einfach nicht zu.“ Schon die Minimalausstattung sei ein finanzieller Kraftakt.

Dennoch will die Sozialdemokratin die seit 2009 insgesamt 46 neu gegründeten Integrierten Gesamtschulen noch extra fördern. Der Ganztagsbetrieb gehöre zum pädagogischen Konzept der IGS, begründete Heiligenstadt dies. Obwohl die Schulen jeweils eine zusätzliche Lehrerstelle erhalten, seien sie immer noch deutlich schlechter gestellte als die von der CDU/FDP-Koalition eingeführten Oberschulen. Dies sind meist zusammengefasste Haupt- und Realschulen, die an mindestens zwei Nachmittagen in der Woche verpflichtenden Nachmittagsunterricht haben. Insgesamt kostet der Ausbau der Ganztagsschulen das Land 4,7 Millionen Euro, zwei Millionen davon macht die IGS-Sonderförderung aus. Von der Opposition kam heftige Kritik. Björn Försterling (FDP) sagte: „Das Motto von Rot-Grün lautet: Mehr für die Gesamtschulen, nichts für die anderen.“

Ab Sommer gibt es landesweit 1600 Ganztagsschulen. Etwa jede vierte Schule hat verpflichtende Nachmittagskurse. Unter den 158 neuen Ganztagsschulen sind nur 15 Gymnasien, in Hannover das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium und die Käthe-Kollwitz-Schule. Auch zwei der fünf neuen Integrierten Gesamtschulen liegen in der Landeshauptstadt: die IGS Südstadt und die IGS Bothfeld.

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