Hannover. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) hat gute Aussichten, Herausforderer von Ministerpräsident David McAllister (CDU) bei der Landtagswahl 2013 zu werden. Einer der möglichen Konkurrenten Weils, der Braunschweiger Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil, hat seinen Verzicht auf eine Kandidatur erklärt: „Ich werfe meinen Hut nicht in den Ring“, sagte er. In der SPD konzentriert sich jetzt alles auf die Frage, ob der Landesvorsitzende Olaf Lies weiter mit einer Kandidatur liebäugelt oder selbst den Hannoveraner Weil als Spitzenkandidaten vorschlägt. Lies zeigte sich am Mittwoch verärgert über die öffentliche Ankündigung von Heil. Er erinnerte an die parteiinterne Abmachung, sich bis zur Landesvorstandssitzung am Freitag nicht zu äußern.
Für den 52-jährigen Stephan Weil hat sich unterdessen Niedersachsens früherer Innenminister Heiner Bartling ausgesprochen. „Wenn sich Stephan Weil zur Verfügung stellen würde, würde ich das sehr begrüßen“, sagte Bartling dieser Zeitung. „Denn wir haben 2013 eine echte Machtperspektive und hätten in Weil einen hervorragenden Kandidaten.“ Olaf Lies sei zwar sympathisch, „aber Weil bringt einfach mehr Voraussetzungen für das Amt eines Ministerpräsidenten mit“, sagte der SPD-Politiker, der nicht zum Landesvorstand gehört.
Deutlicher Vorsprung für Weil zeichnet sich ab
Mit Heils Verzichtserklärung ist eine Kandidatur Weils sehr wahrscheinlich. Der Braunschweiger Bezirksvorsitzende hatte stets angedeutet, nur dann anzutreten, wenn Weil partout nicht will. Ob er jetzt für Weil werbe, ließ Heil im Gespräch mit dieser Zeitung offen: „Ich werde alles tun, damit wir 2013 den notwendigen Regierungswechsel bewirken.“ Für wen er werbe, werde er nicht öffentlich kundtun: „Ich habe eine klare Vorstellung. Doch die werde ich dem Landesvorstand mitteilen“, sagte Heil, der sich am kommenden Dienstag in Berlin erneut um das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion bewerben wird.
Im niedersächsischen Landtag hieß es am Mittwoch, auch die Braunschweiger SPD tendiere zu Weil. Dies wollte der SPD-Abgeordnete Detlef Tanke nicht bestätigen. Er sagte lediglich: „Wenn es stimmt, dass wir bislang drei Kandidaten hatten, dann haben wir jetzt nur noch zwei.“ Dies sei derzeit eine „hochspannende Phase“ für die SPD.
Auf Weil setzt offenbar der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel, der aus dem SPD-Bezirk Braunschweig stammt. Da Hannovers Sozialdemokraten ohnehin für Weil werben und die Braunschweiger sich offenbar mit ihm größere Chancen auf einen Wahlsieg ausrechnen, zeichnet sich im Vorstand ein deutlicher Vorsprung für Weil ab.
Weil kommt am Freitag in die Landesvorstandssitzung
„Lies könnte Gefahr laufen, hier ohne Mehrheit dazustehen“, hieß es in Hannover. Es sei aber auch gut möglich, dass er angesichts der Kräfteverhältnisse selbst den Vorschlag mache, Weil auf den Schild zu heben, hieß es.
Unterdessen warnten einige Sozialdemokraten davor, jetzt eine öffentliche Personaldiskussion zu führen, da sie nur schädlich sei. „Das ist eine SPD-interne Sache“, meinte der neu gewählte Göttinger Landrat Bernhard Reuter.
In die Landesvorstandssitzung am Freitagabend ist Weil jedenfalls eingeladen worden, bestätigte SPD-Landesgeschäftsführer Michael Rüter: „Er wird als Bundesvorsitzender der Kommunalpolitiker die Kommunalwahlen auswerten.“
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