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Integration von Flüchtingen kostet Zeit

Migrationskonferenz Niedersachsen Integration von Flüchtingen kostet Zeit

Integration von Flüchtlingen, vor allem in den Arbeitsmarkt, wird die zentrale politische Herausforderung der nächsten Jahre sein, sagt Ministerpräsident Stephan Weil. Bis aber ein Flüchtling auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar sei, werde es etwa fünf Jahre dauern.

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil mahnt bei der Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zu Geduld

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. „Die Aufgabe der Integration entwickelt sich zu der entscheidenden politischen Aufgabe der nächsten Jahre“, sagte Weil mit Blick auf die Flüchtlinge bei der niedersächsischen Migrationskonferenz am Montag in Hannover. Viele der Menschen, die derzeit zu uns kämen, würden lange bei uns bleiben. „Die Flüchtlinge von heute werden die Nachbarn und Arbeitskollegen von morgen.“

Das Qualifikationsniveau der Neuankömmlinge sei aber sehr unterschiedlich, räumt Weil ein. Es sei daher nicht unrealistisch, bei jedem Flüchtling mit einer Vorbereitungszeit von fünf Jahren zu rechnen, bis dieser auf dem Arbeitsmarkt eine reale Chance habe. „Ein Jahr Sprachkurs, drei Jahre Ausbildung, ein Jahr Berufsqualifikation – da kommen schnell fünf Jahre zusammen“, rechnet der Ministerpräsident vor. Das sei eine enorme Herausforderung, aber eben auch eine Investition gegen den demographischen Wandel, der unseren Wohlstand bedrohe.

 
Im nächsten Jahr habe man sich vorgenommen, 500 Flüchtlinge in eine Ausbildung im Handwerk zu vermitteln, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies. „Ich würde mir auch mehr wünschen, aber wir müssen das realistisch sehen“ - es sei wichtig, jetzt Erfolge statt Enttäuschungen zu produzieren. Zwei Drittel aller Flüchtlinge – die meisten davon Männer – seien unter 35 Jahre alt. „Wenn wir einen 35-Jährigen qualifizieren, hat der noch 30 Arbeitsjahre vor sich – das lohnt sich“, so Lies. Schlüsselkompetenz seien deutsche Sprachkenntnisse, deshalb will das Land hier seine Anstrengungen verstärken. Unter anderem sollen nächstes Jahr online audiovisuelle Sprachkurse für Flüchtlinge angeboten werden.

 
Der Wirtschaftsminister sprach sich außerdem dafür aus, arbeitsmarktpolitische Instrumente zu lockern. Die Vorrangprüfung, die bestimmt, dass ein Job nur an einen Ausländer vergeben werden darf, wenn kein Deutscher oder EU-Bürger dafür gefunden werden kann, solle nicht starr angewendet werden, sondern je nach Bedarfslage. Am besten entscheiden könnten das die Regionaldirektionen der Agentur für Arbeit, so Lies.

von Heiko Randermann

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