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Interesse an Engagement in Kommunalpolitik sinkt

Statistisches Landesamt Interesse an Engagement in Kommunalpolitik sinkt

Das Interesse der Niedersachsen an einem aktiven Engagement in der Kommunalpolitik sinkt. Das geht aus einer Untersuchung des Statistischen Landesamtes hervor. Kandidierten 1996 noch durchschnittlich 12,5 von 1000 Bürgern für ein Abgeordnetenmandat, so waren es bei den Kommunalwahlen 2016 nur noch 10 von 1000.

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Ehrenamtliche Arbeit im Rat der Stadt Hannover: Es wird schwieriger, Kandidaten zu finden. Foto: Dröse

Quelle: Rainer_Droese

Hannover. Dabei gibt es aber große regionale Unterschiede: Am aktivsten sind die Bürger im Landkreis Lüchow-Dannenberg - dort ließen sich im vergangenen Jahr durchschnittlich 21 von 1000 Einwohnern über 18 Jahren für die Kommunalwahl aufstellen. Ebenfalls überdurchschnittlich engagiert sind die Bürger in den Kreisen Göttingen, Northeim, Rotenburg (Wümme) und Holzminden. Besonders gering ist das Interesse dagegen im Ammerland, in Cloppenburg, Vechta und der Region Hannover.

Für den Rückgang an Bewerbern sind laut Statistik hauptsächlich die Männer verantwortlich. Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr kandidierten 49 689 Männer und 17 250 Frauen. Im Jahre 1996 waren es noch 60.982 Männer und 17.612 Frauen gewesen.

Einen Grund dafür, dass das Engagement der Frauen weniger stark zurückgeht, sieht die Studie in einem Mentoring-Programm des niedersächsischen Sozialministeriums. Seit 2000 werden Frauen gezielt dabei unterstützt, ein politisches Amt aufzunehmen. Zuletzt lag die Zahl der Teilnehmerinnen bei 442.

Die Zahl der Kandidaturen bei Kommunalwahlen gilt als ein Indikator für zivilgesellschaftliches Engagement. Beim Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund beobachtet man die rückläufige Entwicklung schon seit Längerem. „Viele Menschen bringen sich heute eher projektbezogen ein und scheuen vor langfristigen Verpflichtungen zurück“, sagte Sprecher Thorsten Bullerdiek. Dies sei nicht nur ein Problem der Politik, auch Sport- und Schützenvereine seien betroffen. „Wir sollten Anreize schaffen für Ehrenamtliche in der Politik“, sagt Bullerdiek. Dazu könne eine Aufwandsentschädigung gehören, die sich unbürokratisch abrechnen lasse.

Der CDU-Landtagsfraktionsvize Reinhold Hilbers, der auch als Fraktionsvorsitzender im Kreistag der Grafschaft Bentheim sitzt, glaubt, dass die Politik mehr für ein positives Image tun muss: „Klare Ansagen, mehr Mut zu Entscheidungen.“ Außerdem fordert Hilbers mehr Entscheidungsspielraum für die Kommunen. „Das Land sollte nicht alles festlegen.“ Nach Ansicht des SPD-Landtagsabgeordneten Bernd Lynnack müssten gerade junge Leute für die Bedeutung der Kommunalpolitik sensibilisiert werden. „Ich erzähle das auch Schülergruppen: Kommunalpolitik beginnt, wenn ich morgens den Wasserhahn aufdrehe.“ In Hildesheim, wo Lynnack als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat sitzt, habe man gute Erfahrungen mit einem Jugendforum gemacht, das beratende Mitglieder in Ausschusssitzungen schickt. „Damit fühlen sich die Jugendlichen ernst genommen“, sagt Lynnack.

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