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Islamisten sind in Hildesheim besonders aktiv

Radikalisierung in Niedersachsen Islamisten sind in Hildesheim besonders aktiv

Die islamistische Szene in Niedersachsen wird aktiver – das geht aus mehreren Antworten der Landesregierung im Landtag hervor. 64 Islamisten aus Niedersachsen sind bereits in den Krieg nach Syrien gezogen. Vor allem Hildesheim entwickelt sich zu einer Hochburg der Radikalen. 

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Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Die islamistische Szene in Niedersachsen wird aktiver – das geht aus mehreren Antworten der Landesregierung im Landtag hervor. Vor allem Hildesheim entwickelt sich offenbar neben Wolfsburg zu einer zweiten Hochburg der Radikalen.

So sind mittlerweile 64 Islamisten aus Niedersachsen bekannt, die in den Krieg in Syrien gezogen sind. 23 von ihnen kommen aus Wolfsburg, 19 aus Hildesheim. Aus Hannover und Oldenburg kamen jeweils fünf, aus Osnabrück und Göttingen jeweils drei.

Zentrum der Aktivitäten in Hildesheim ist nach Angaben des Verfassungsschutzes der Verein „Deutschsprachiger Islamkreis e.V.“, der unter anderem Seminare anbietet. Diese könnten „einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Radikalisierung und mögliche Ausreiseabsichten nach Syrien/Irak von Teilnehmern haben“, teilte ein Behördensprecher mit.

„Bisher ist man von einer Konzentration der Islamisten in Wolfsburg ausgegangen“, sagt die CDU-Innenexpertin im Landtag, Angelika Jahns. Offenkundig sei die Szene unter dem Druck der Beobachtung nach Hildesheim ausgewichen. Dort müsse jetzt ebenso aufmerksam beobachtet werden.

Von den ausgereisten 64 Personen, drei Viertel von ihnen Männer, sind nach Angaben der Landesregierung vermutlich 13 ums Leben gekommen – drei davon als Selbstmordattentäter. 22 Ausgereiste sind mittlerweile wieder nach Niedersachsen zurückgekehrt, darunter die beiden angeklagten Wolfsburger, denen derzeit vor dem Oberlandesgericht Celle der Prozess gemacht wird.

Insgesamt ermittelt die Justiz in Niedersachsen in 20 Fällen mit islamistischem Hintergrund gegen 22 Personen – eine Zunahme um rund ein Drittel seit Mai. „Das zeigt, dass die Gefahr des islamistischen Terrorismus weiterhin sehr ernst zu nehmen ist“, sagte Helge Limburg, Rechtsexperte der Grünen-Fraktion im Landtag. Offenkundig gelinge es der Justiz, immer besser die Strukturen der radikalen Szene zu verstehen. „Es zeigt auch, dass die bestehenden Gesetze ausreichen“, so Limburg.     

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