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Jeder siebte Niedersachse lehnt Ausländer ab

Aktuelle Umfrage Jeder siebte Niedersachse lehnt Ausländer ab

Ausländerfeindlichkeit ist auch in Niedersachsen nachzuweisen - aber weit von der Mehrheitsmeinung entfernt. Etwa jeder siebte erwachsene Niedersachse (14,3 Prozent) betrachtet Ausländer und Zuwanderer sehr skeptisch. Forscher fanden heraus, dass man auch unter den Zuwanderern Fremdenfeindlichkeit finden kann.

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Flüchtlinge willkommen? Nicht bei allen. Jeder siebte Niedersachse lehnt Ausländer ab.

Quelle: dpa

Hannover . Unter den 16- bis 20-Jährigen wie unter den Älteren über 70 ist die Ablehnung von Ausländern höher, während Menschen zwischen 30 und 60 Jahren der Statistik zufolge wesentlich ausländerfreundlicher sind. Dies geht aus der neuesten Repräsentativbefragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) hervor, die der HAZ vorliegt.

Die Studie ist sehr umfangreich und fördert eine ganze Reihe von interessanten Aussagen zur gesellschaftlichen Wirklichkeit im Land zutage. So haben die Forscher herausgearbeitet, dass man eine deutliche Ausländerfeindlichkeit sehr wohl auch unter den Zuwanderern selbst finden kann. Jeder fünfte Pole in Niedersachsen etwa möchte keinen Türken als Nachbarn, bei den im Land lebenden Russen ist die Türkenskepsis noch größer.

Das KFN hat im vergangenen Jahr 6000 Niedersachsen ausführlich zu ihren Einstellungen, Befürchtungen und auch politischen Orientierungen befragt. „Die Daten bieten nicht nur eine Kriminalitätsstudie, sondern eine Sozialstudie für Niedersachsen“, sagt Verfasser Dirk Baier, Vizedirektor des KFN.

„Man schaut beim Thema Ausländerfeindlichkeit immer schnell auf die Deutschen als Gruppe. Es gibt aber auch unter Migranten ausgeprägte Aversionen gegen andere Gruppen, wie auch unsere Studie belegt“, erläutert Baier.

Auch bekämen Homosexuelle die stärkste Ablehnung von Migranten zu spüren. „Mehr als jeder dritte oder russische Befragte gab an, dass er Homosexuelle als Nachbarn unangenehm finden würde“, heißt es in der mehr als 100 Seiten starken Studie. Jeder achte Türke habe Probleme mit Juden, heißt es dort weiter. „Bildung ist der wirksamste Schlüssel, Ausländerfeindlichkeit abzubauen“, sagt Forscher Baier - auch wenn es selbst unter Hochgebildeten durchaus starke Ressentiments geben könne.

Erstmals hat das KFN, das in den vergangenen Jahren die Einstellungen von Schülern und Heranwachsenden erfasste, Erwachsene nach ihren gesellschaftlichen Erfahrungen befragt. Im Mittelpunkt der Studie steht der Umgang mit Kriminalität, die nach Baiers Worten rückläufig ist, aber dennoch subjektiv wesentlich stärker erfahren wird. „Mindestens zwei Drittel der Befragten gehen von Kriminalitätsanstiegen aus“, sagt Baier. Dabei seien tatsächlich etwa die Gewaltdelikte im Land deutlich zurückgegangen. Nur Wohnungseinbrüche sowie Betrugsdelikte nähmen tatsächlich seit einigen Jahren wieder zu.

Vier von fünf Niedersachsen haben nach der KFN-Studie demgegenüber ein sehr großes Vertrauen in die Polizei - selbst dann, wenn sie etwa bei einer Verkehrskontrolle mit den Ordnungshütern in Berührung kämen.

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KFN-Studie

Das Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) hat im vergangenen Jahr 6000 Niedersachsen ausführlich zu ihren Einstellungen, Befürchtungen und auch politischen Orientierungen befragt. So wollte es etwa wissen, ob die Einwohner der Polizei vertrauen. Hier ist das Ergebnis.

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