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Wanka ist Grünkohlkönigin

Zeremonie in Berlin Wanka ist Grünkohlkönigin

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil übergab in Berlin die Insignien der Macht an die neue Grünkohlkönigin: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Sie trat am Montagabend in die Fußstapfen so schillernder Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt, Angela Merkel oder Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg.

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Ministerpräsident Stephan Weil übergibt das Amt des Kohlkönigs an Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Jürgen Krogmann (l.) schaut zu. 

Quelle: dpa

Berlin. Der König ist tot, es lebe die Königin! Ab Dienstag regiert im Oldenburgischen Johanna Wanka. Die Bundesbildungsministerin trägt als erst fünfte weibliche Eminenz die Krone der 59. Oldenburger Grünkohlkönigin. Johanna Wanka übernahm die Reichsinsignien von Stephan Weil. Niedersachsens Regierungschef hatte als ihr Vorgänger ein Jahr lang die legendäre Kette mit Kohlpalme und Schweineoptik tragen dürfen.

Die neu Geschmückte ließ sich auch nicht lange bitten. Beherzt griff die bekennende Fleischliebhaberin nach der Entscheidung des Kurfürsten-Kollegiums unter Comedian Dietmar Wisch­meyer alias „Günther, der Treckerfahrer“ zum Geräucherten und Gepökelten. Hatte noch vor zwei Jahren der damalige Regent Hüseyin Avni Karsilioglu, türkischer Botschafter in Berlin, bei seiner Krönung darauf bestanden, das traditionelle Schweinefleisch durch Lachs zu ersetzen, bekannte sich Johanna Wanka nun zu den kulinarischen Wurzeln des „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“.

„Der recht anspruchslose Grünkohl kommt auch mit Gegenwind zurecht, eine frostige Atmosphäre liebt er sogar. Abgehärtet und anpassungsfähig – das sind beste Voraussetzungen für eine Karriere in der Politik“, scherzte Wanka.

200 Kilogramm Kohl, 60 Kilogramm Fleischpinkel, 50 Kilogramm Kochmettwurst, 38 Kilogramm gestreifter Speck und 95 Kilogramm Kasseler-Kotelett ohne Knochen wurden eigens aus Oldenburg nach Berlin gefahren, um den 280  geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur in der Niedersächsischen Landesvertretung einen unverwechselbar norddeutschen Abend zu bereiten.

Bier und Korn, Letzterer nach Oldenburger Sitte aus einem Löffel getrunken, sorgten dafür, dass die deftigen Speisen der Prominenz nicht zu schwer im Magen lagen. Und die war diesmal wieder reichlich da: Bremens Bürgermeister Carsten Sieling ebenso wie die Bundestagsfraktionschefs Thomas Oppermann (SPD), Dietmar Bartsch (Linke) und Cem Özdemir (Grüne), zahlreiche Minister der niedersächsischen Landesregierung und Bundestagsabgeordnete.

Spät sollte es werden. Seitdem Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) die Kohl-Stadt regiert, gibt es um Mitternacht keine „Last Order“ mehr. „Trinken Sie zwei, drei Jever – dann löppt dat“, ermunterte der Verwaltungschef die Gäste auf Platt, nachdem er zuvor Stephan Weil mit dem aktuellen Tabellenplatz von Hannover 96 geärgert hatte. Bis tief in die Nacht sollte gefeiert, gesungen und getrunken werden. Und wem Bier und Korn nicht genügte, der konnte sogar auf Wein aus Südafrika umsteigen – vom Gut „Oldenburg“, versteht sich.

Von Jörg Köpke

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