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Kein Asse-Beschluss in Sicht

Atommülllager Kein Asse-Beschluss in Sicht

Die endgültige Entscheidung über die Schließung des Atommülllagers Asse verzögert sich offenbar. Vor der Entschließung für ein Stilllegungskonzept wird vermutlich zunächst stichprobenartig überprüft, in welchem technischen Zustand sich die Atommüllfässer in dem stillgelegten Salzbergwerk befinden.

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Stilllegungskonzept gesucht: Vor der Asse weist ein Schild auf den Betreiber hin.

Quelle: AP

Zu diesem Vorgehen rät zumindest der Vorsitzende der Entsorgungs-Kommission der Bundes, Michael Sailer. Vom Betreiber der Asse, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter, soll dieses Vorgehen unterstützt werden, ist aus Fachkreisen zu hören.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat drei Stilllegungsoptionen für die einsturzgefährdete Atommülldeponie bei Wolfenbüttel untersuchen lassen: die Verfüllung des Bergwerks mit Beton, das Umlagern der Abfälle innerhalb der Asse und die Rückholung der Fässer. Eine Entscheidung über das beste Konzept sollte schon im Dezember fallen. Doch zwischen Verfechtern der Rückholung und der Vollverfüllung gibt es bislang offenbar keine Einigung. Es gehe dabei mehr um einen politischen Machtkampf als um Sachfragen, meint ein Vertreter des Asse-Koordinationskreises. Folgen die Fachleute der Empfehlung Sailers, haben sie einige Monate Zeit gewonnen.

Nach Einschätzung des Experten lassen die Machbarkeitsstudien zu den Stilllegungsvarianten noch zu viele Fragen offen. „Es gibt keine ernsthafte Abschätzung der Strahlenbelastung für die Bergleute einerseits und die Bevölkerung andererseits im Fall der Rückholung der Fässer, und es ist völlig unklar, wie lange man braucht, um die Fässer aus dem Bergwerk herauszuholen“, erklärt Sailer. Dies sei nicht zu beantworten, solange man nicht wisse, ob die rund 125.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen noch in Schuss oder schon weitgehend verrottet seien. Die Kalkulation der Abläufe sei in den Studien sehr optimistisch, dort würden etwa vier Minuten für die Bergung eines Fasses veranschlagt. „Wenn sich herausstellt, dass wir für die Rückholung sehr viel länger brauchen, weil die Bergung sehr schwierig wird oder in den Kammern schon Salzlauge steht, können wir diese Option vergessen“, betont Sailer.

Da noch einige Atommüllkammern gut zugänglich seien, sollten zwei oder drei davon geöffnet werden. Nur so könne man auch abschätzen, welche Maschinen man für die Bergung der Fässer brauche oder ob vor allem Menschen den Müll herausholen müssten und welcher Strahlenbelastung diese dann ausgesetzt wären, sagt Sailer. Dies bedeute aber nicht, dass nun weitere Jahre theoretisch geforscht werden müsse. „Wir brauchen relativ schnell Klarheit über die Lage, denn die Asse ist sehr instabil.“ Vor der Öffnung der Kammern müsse das BfS einen konkreten Notfallplan erstellen für den Fall, dass Stollen einbrechen oder plötzlich unkontrollierbar viel Wasser in die Asse läuft. „In diesem Notfall bleibt nur die Vollverfüllung“.

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