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Konkurrenzkampf der Feuerwehren

Stellenausschreibungen Konkurrenzkampf der Feuerwehren

Unter den zehn Berufsfeuerwehren im Land ist ein harter Wettbewerb um geeignete Brandbekämpfer entbrannt. Einige Kommunen haben große Probleme, freie Stellen mit qualifizierten Kandidaten zu besetzen.

„In der letzten Runde hatten wir nur noch 120 Bewerber“, sagt Harald Jordan von der Berufsfeuerwehr Salzgitter. In der Runde davor waren es noch 300, die sich auf die 17 ausgeschriebenen Stellen beworben hatten.

Das hört sich zunächst nach einem großen Fundus an, aus dem die Feuerwehr Salzgitter hätte schöpfen können. Die wenigsten Kandidaten allerdings, schränkt Jordan ein, erfüllen die strengen Voraussetzungen für professionelle Brandbekämpfer. Sie sind körperlich nicht fit genug, psychisch nicht ausreichend robust.

„Wir haben viel zu wenig Bewerber“, heißt es genauso aus Braunschweig, „und der Bewerberkreis wird nicht größer, weil alle suchen.“ Dort will André Völzke zum Juni kommenden Jahres 21 Stellen neu besetzen. Er hat dasselbe Problem wie der Kollege aus Salzgitter. „Der Arbeitsmarkt ist quasi leergefegt“, erklärt auch Folkart Celina, Brandamtmann bei der Berufsfeuerwehr in Cuxhaven. „Es gibt keine arbeitslosen Feuerwehrleute.“

Das relativ neue europäische Arbeitsrecht hat viele Feuerwachen in diese Personalnot gebracht. Der Europäische Gerichtshof hat die zulässige Wochenarbeitszeit von 56 auf 48 Stunden reduziert. Das Land Niedersachsen hat per Verordnung zwar die Möglichkeit geschaffen, dass die Brandbekämpfer auf freiwilliger Basis und gegen finanziellen Ausgleich weiter 56 Stunden in der Woche Dienst tun dürfen. Für viele Berufsfeuerwehren kommt das sogenannte Opt-out aber nicht infrage. Zum Beispiel das Landgericht Braunschweig hat es in Salzgitter mit Verweis auf höherrangiges europäisches Recht verboten.

Dort, außerdem auch in Braunschweig und in Hannover, gilt bei der Berufsfeuerwehr seither nur noch eine 48-Stunden-Woche. „Das heißt, wir müssen 15 Prozent neue Stellen schaffen“, erläutert Jordan. Der Kreis der möglichen Kandidaten jedoch beschränkt sich auf wenige geeignete Bewerber. Professionelle Feuerwehrleute rekrutieren sich „zu 90 Prozent“, wie Völzke sagt, aus der Freiwilligen Feuerwehr, dem Rettungsdienst, der Bundeswehr oder Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk. Es ist also logisch, dass der Pool der geeigneten Kandidaten schrumpft, wenn etwa allein Hamburg im kommenden Jahr gleich 200 Berufsfeuerwehrleute auf einen Schlag einstellen will.

Laut Innenministerium gibt es mit Hinweis auf das Opt-out keinen Konkurrenzkampf. Das wird zwar überall dort bestätigt, wo die Städte darauf zurückgegriffen haben, wie in Osnabrück, Oldenburg oder Cuxhaven. An der Lösung gibt es jedoch Kritik: „Das eigentliche Ziel war ja, die Arbeitsbelastung der Feuerwehrleute zu reduzieren“, sagt Jordan und fügt mit Blick auf kritische Gerichte hinzu: „Keiner weiß, wie lange das Opt-out noch gilt.“ In Salzgitter gibt es ein weiteres Problem. Vier offene Stellen bleiben seit dem vergangenen Jahr unbesetzt, weil der Stadt das Geld fehlt.

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