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Gewalt unter Jugendlichen nimmt deutlich ab

Kriminologisches Forschungsinstitut Gewalt unter Jugendlichen nimmt deutlich ab

Die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen in Niedersachsen hat sich verringert - auch weil eine sanftere Erziehung der Eltern Früchte trägt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen (KFN).

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Wissenschaftler des Instituts haben im Zweijahresabstand rund 10 000 Neuntklässler zu ihren Erfahrungen befragt - als Opfer sowie als Täter.

„Wir verzeichnen einen erkennbaren Rückgang der Jugendkriminalität“, sagt Marie Christine Bergmann, eine der Verfasserinnen der Studie, die der HAZ vorliegt. So sei der Anteil jugendlicher Gewalttäter in den letzten zwölf Monaten vor der Umfrage von 7,9 Prozent der Befragten auf 6,1 Prozent gesunken - ein Rückgang um ein Fünftel. Als Gründe für die positive Entwicklung nennt das Forschungsinstitut unter anderem einen geringeren Alkoholkonsum von Jugendlichen, eine gestiegene Interventionsbereitschaft von Lehrern sowie eine stärker den Kindern zugewandte Erziehung von Eltern. „Wenn in den Elternhäusern wenig oder gar nicht geschlagen wird, zahlt sich das positiv aus“, sagt die Kriminologin.

Allerdings seien Jugendliche noch immer recht häufig Gewalt ausgesetzt. So habe etwa jeder vierte befragte Jugendliche in seinem Leben physische Gewalt erleben müssen. Neben Körperverletzungen und sexueller Gewalt rechnen die KFN-Forscher auch Raub oder Erpressung durch Gewaltandrohung zu den Formen physischer Gewalt.

Das Institut organisiert seit Jahren umfangreiche Schülerbefragungen, die Aufschluss geben sollen über Gewalterfahrungen sowie Drogenkonsum, aber auch über allgemeine Einstellungen und die Lebenszufriedenheit der Jugendlichen. Die Befragungen geben auch Aufschluss über das „Dunkelfeld“ der Kriminalitätsentwicklung - also auch über nicht angezeigte Taten. Sie liefern somit Datenmaterial, das die offiziellen Polizeistatistiken ergänzt. Der jüngste „Niedersachsensurvey“ wurde 2015 erstellt und ist noch nicht veröffentlicht.

Ein großes Problem bleibt indes Mobbing an Schulen. Laut jüngster Pisa-Studie der OECD wird bundesweit fast jeder sechste 15-Jährige regelmäßig Opfer massiver Übergriffe. Das KFN stellt für Niedersachsen einen leicht rückläufigen Trend fest, wobei die Forscher das Thema weiter fassen. Demnach berichteten 45 Prozent der Befragten davon, an der Schule schon einmal gehänselt oder ausgeschlossen worden zu sein. Bei der Untersuchung im Jahr 2013 waren es 45,9 Prozent gewesen.

Demgegenüber nahm das Mobbing durch das Handy oder über den PC - das sogenannte Cyberbullying - zu. Bei der jüngsten Befragung gaben 47,2 Prozent der Interviewten an, im Netz verspottet worden zu sein. 2015 waren es noch 40,5 Prozent gewesen. Auch die Zahl der sexuellen Übergriffe, berichten die KFN-Forscher, habe sich erhöht - von 13,5 Prozent auf 16,8 Prozent.

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