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Kritiker werfen Bundesamt für Strahlenschutz Täuschung vor

Asse-Streit Kritiker werfen Bundesamt für Strahlenschutz Täuschung vor

Täuschung der Öffentlichkeit, mangelnde Kommunikation und ein Auftreten als „Patriarchen“ - noch bevor sich das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für eine Option zur Schließung des maroden Atommülllagers Asse entschieden hat, sieht es sich massiven Vorwürfen von Kritikern ausgesetzt.

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Quelle: Karin Blüher

Hintergrund ist die bevorstehende Vorfestlegung auf eine von drei möglichen Varianten der Asse-Stilllegung. Bei der derzeit geprüften Option der Betonverfüllung der Asse handele es sich in Wirklichkeit um eine von einer breiten Öffentlichkeit zuvor abgelehnten Flutung, kritisierte der Asse-Koordinationskreis - ein Bündnis von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen - am Montag in Hannover.

„Das zeigt, dass die Öffentlichkeit nicht mit Realitäten vertraut gemacht wurde“, sagte Frank Hoffmann vom Koordinationskreis. Bei der Option würden nur die oberen Schichten der Asse mit Beton verfüllt. Die unteren Lagen, in denen die rund 126.000 Fässer mit leicht- und mittelschwer radioaktiv belastetem Atommüll lagern, sollen dagegen mit Magnesiumchlorid geflutet werden. „Zahlreiche Hohlräume kann man rein physikalisch gar nicht mehr mit Beton erreichen“, sagte Koordinationskreis-Mitglied Elisabeth Gerndt.

In einer Stellungnahme erklärte das BfS, Verfüllung hieße „eben nicht, dass nur Spezialbeton eingesetzt wird. Die Hohlräume, an die man nicht herankommt, müssen mit Flüssigkeit gefüllt werden.“ Insgesamt wies das BfS die Vorwürfe als „nicht nachvollziehbar“ zurück. Bereits vor Monaten habe man die Variante der Betonverfüllung der Öffentlichkeit vorgestellt und auf die teilweise Flutung hingewiesen.

Laut Hoffmann sei dies ein „enormer Eintritt an Flüssigkeit, was auf Dauer zur Zersetzung des Betons und des Atommülls führt“. Der Koordinationskreis forderte das BfS aber auf, die Variante der Verfüllung „sofort“ von der Liste der Optionen zu streichen. Noch im Januar will das BfS eine Schließungsvariante präsentieren. Zur Debatte stehen zudem das Herausholen des Atommülls sowie dessen Umlagerung in der Schachtanlage.

Nach Angaben des Bündnisses trifft sich das BfS am 15. Januar mit der Asse-Begleitgruppe, in denen auch Bürgerinitiativen vertreten sind, und den zuständigen Ministerien, um einen Vorschlag bereits intern zu präsentieren. Danach soll eine Diskussion folgen. Wann mit einer endgültigen Entscheidung zu rechnen ist, ist noch unklar.

„Das BfS scheint intern zu arbeiten. In der Öffentlichkeit kommt nicht so viel rüber“, kritisierte Andreas Riekenberg vom Koordinationskreis die Kommunikation des BfS. Gerndt wies das Bundesamt darauf hin, dass es nach der Übernahme der Verantwortung für die Asse vor einem Jahr angekündigt habe, transparent aufzuklären. „Der Vertrauensbonus ist leicht zu verspielen“, mahnte Gerndt. Sie warf dem BfS ein „patriarchisches Auftreten“ vor.

Dazu erklärte das BfS: „Das Vorgehen ist Schritt für Schritt diskutiert worden. Die Begleitgruppe ist auch im November und Dezember informiert worden. Die Verantwortung für die Sicherheit hat aber unteilbar der Betreiber (BfS).“

Der FDP-Obmann des Asse-Untersuchungsausschusses im Landtag, Björn Försterling, verteidigte das BfS und bezeichnete dessen Vorgehen als transparent. Die Bedenken des Koordinationskreises seien zwar nachvollziehbar. Er erwarte von Bürgerinitiativen aber Offenheit für alle Varianten. Die Linksfraktion schlug sich dagegen auf die Seite des Bündnisses. Der umweltpolitische Fraktionssprecher Kurt Herzog forderte, die Bedenken ernstzunehmen.

lni

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