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Niedersachsen Wie hoch ist die Belastung für Lehrer?
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00:21 27.11.2015
Von Michael B. Berger
Bei einer großen Mitarbeiterbefragung im kommenden Jahr sollen die Lehrer Niedersachsens zu ihrer Arbeitsbelastung befragt werden. Quelle: dpa
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Hannover

 „Wir haben schon oft über die Arbeitsbelastung diskutiert. Ich will das jetzt in ein konkretes Verfahren geben“, sagte die Ministerin der HAZ. So sollen im Rahmen einer großen Mitarbeiterbefragung im kommenden Jahr die Pädagogen Niedersachsens befragt werden. „Ich möchte konkret wissen, wo drückt der Schuh? Was sind die tatsächlichen Belastungen? Da müssen wir jetzt einmal analytisch herangehen.“

Die Befragung soll die Lehrer aller Schultypen Niedersachsens erfassen. „Ich werde das mit den Verbänden erörtern, es soll alles sehr beteiligungsorientiert geschehen.“ Sie sei gespannt zu erfahren, was die Lehrer selber berichteten, wo sie Verbesserungsmöglichkeiten sehen, was man an Verwaltungsarbeiten in der Schule abschaffen könnte. „Ich möchte gern wissen, welche Arbeiten in der Schule außerhalb des Unterrichts auch von anderen erledigt werden könnten, etwa von der Landesschulbehörde.“

Mit 120 zusätzlichen Stellen in der Landesschulbehörde habe man bereits auf die Klage der Lehrer über zu viel bürokratische Aufgaben reagiert, sagte Heiligenstadt. Gleichwohl räumte sie ein, dass die Entlastungen noch größer sein könnten. „Ich will jetzt aber nicht der Befragung vorgreifen. Das Wichtigste ist, dass wir den Lehrkräften mehr Zeit geben, zu ihrer Kernaufgabe zu kommen; der Vorbereitung des Unterrichts, seiner Vor- und Nachbereitung, der Arbeit mit den Schülern also.“ Sie werde mit den Verbänden über den Prozess reden, den sie jetzt anschieben werde.

Thema Arbeitsbelastung auf dem Philologentag

Heiligenstadt äußerte sich am Vorabend des Philologentages 2015, der am Mittwoch in Goslar stattfindet. Das Thema Arbeitsbelastung und -zeit wird dort ganz groß geschrieben. Nach Ansicht des Philologenverbandes arbeiten Gymnasiallehrer mit 45 bis 50 Wochenstunden durchschnittlich länger als andere Beamte. Für Lehrer müsse die gleiche Arbeitszeit von 40 Wochenstunden gelten wie für die übrigen Beamten, fordert etwa Philologenchef Horst Audritz.

„Ich schlage vor, zu der Frage von Arbeitszeit und Berufsbild eine Expertengruppe einzurichten – mit Wissenschaftlern, die auch einen Blick über die Landesgrenzen richten. Natürlich müssen auch Experten aus der Praxis dabei sein“, sagte Heiligenstadt. Die Ergebnisse einer Studie der Lehrergewerkschaft GEW zur Arbeitszeit, die im Frühjahr vorliegen soll, könnten in die Arbeit der von ihr eingesetzten Expertengruppe einfließen. „Wir brauchen jetzt ein gebündeltes Verfahren.“ Als Friedensangebot an die Lehrerschaft versteht die Ministerin ihren Vorschlag nicht: „Ich befinde mich doch nicht im Krieg.“

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