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Lahmes Netz in jedem fünften 
Haushalt

Internetverbindungen in Niedersachsen Lahmes Netz in jedem fünften 
Haushalt

Viele Menschen in Niedersachsen sind immer noch vom schnellen Internet abgekoppelt: „In jedem Landkreis sind etwa 20 Prozent der Haushalte unterversorgt“, sagte Peer Beyersdorff, der Leiter des niedersächsischen Breitband-Kompetenzzentrums.

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Mit Förderung soll das Internet auf dem Land schneller werden.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Ihnen stünden weniger als 30 MBit pro Sekunde an Internet-Übertragungsgeschwindigkeit zur Verfügung. Mit einem Förderprogramm im Volumen von insgesamt 300 Millionen Euro wollen der Bund und das Land Niedersachsen den Ausbau der Netze jetzt voranbringen.

Lesen Sie auch den Leitartikel zu dem Thema.

Das Ziel der Landesregierung ist eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 30 MBit/s bis zum Jahr 2020. Der Bund setzt bei seinem Programm sogar auf 50 MBit/s schon im Jahr 2018. In Niedersachsen hätten rund 20 Landkreise fertige Pläne in der Tasche und könnten jetzt mit dem Fördergeld loslegen, das zentral über die landeseigene N-Bank vergeben werde, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).

Der Kreis verlegt selbst und vermietet dann

Da der Ausbau von Glasfasernetzen in der Regel nur in dichter besiedelten Gegenden für Firmen lukrativ ist, haben die Kommunen für ländliche Räume zwei Möglichkeiten: Die eine sieht vor, dass die Kreise Telekommunikationsunternehmen mit dem Bau des Netzes beauftragen und die sogenannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ übernehmen – also Verluste ausgleichen, die Firmen bei der Versorgung dünn besiedelter Regionen entstehen. Für diesen Weg hat sich der Landkreis Rotenburg/Wümme entschieden und damit ohne Fördergelder bereits im Jahr 2009 eine Abdeckung von 85 Prozent der Haushalte mit 30 bis 50 MBit/s erreicht. „Um die restlichen 15 Prozent wollen wir uns jetzt besonders kümmern“, erklärte Rotenburgs Projektleiterin Tanja Steinecke. Auch die Region Hannover plant diese Vorgehensweise, bei der das Risiko für die Kommune vergleichsweise gering ist.

Der zweite Weg sieht vor, dass der Kreis mit Unterstützung der Fördergelder selbst Glasfasernetze verlegt und sie anschließend an die Telekommunikationsunternehmen vermietet. Dafür haben sich zum Beispiel die Landkreise Wolfenbüttel und Uelzen entschieden. Uelzen will vom kommenden Jahr an 8600 Kilometer Glasfaserkabel verlegen. Anschließend wird das Netz für 25 Jahre an einen Telekommunikationsanbieter vermietet und soll so bezahlt werden. Nach Ablauf der Vertragszeit kann der Kreis das Netz erneut vermieten.

"Jetzt ist der ländliche Raum dran"

Marco Trips, Präsident des niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds, lobt die Ausbauinitiative – mahnt aber dazu, darauf zu achten, dass das Geld nicht über Umwege für den Ausbau des Breitbandnetzes in Städten genutzt wird. „Jetzt ist der ländliche Raum dran“, sagte Trips.

Die Ausbauziele von Bund und Land seien ehrgeizig, aber nur Etappenziele, betonte Lies: „Wenn wir in einigen Jahren 30 oder 50 MBit/s erreicht haben, werden wir sehen: Das reicht nicht mehr aus.“ Die Infrastruktur müsse jetzt schon auf weiteren Ausbau angelegt werden.

Kabel bis zum Haus?

Problem „letzte Meile“: Entscheidend für die Qualität eines Internetanschlusses ist oftmals die sogenannte „letzte Meile“ – also das Verbindungsstück vom Verteilerkasten zum Haushalt.
Die besten Übertragungswerte ohne Verlust auch auf langen Strecken bietet Glasfaser. Bei der Netzarchitektur wird daher geschaut, wie weit das Glasfaserkabel reicht. Der geringste Standard ist „Fibre-to-the-curb“ (FTTC), also Glasfaser bis zur Verteilerstelle des Netzes. Danach gibt es oft nur Kupferdraht, in dem die Signalqualität allerdings schon nach einigen Hundert Metern rapide abnimmt.

Qualitativ besser ist „Fibre-to-the-Building“ (FTTB), also Glasfaserkabel ohne Signalverluste bis zum Gebäude. Bei diesem Modell können in Zukunft auch größere Bandbreiten ohne Probleme bewältigt werden, da Glasfaser auch ein GigaBit und mehr schaffe, sagt Peer Beyersdorff, Chef des Breitband-Kompetenzzentrums.

Die Steigerung wäre in der Netzarchitektur noch „Fibre-to-the-home“ (FTTH), also Glasfaser bis in die Wohnung, was in ländlichen Gegenden aber meist mit dem Haus gleichbedeutend ist. Einige Firmen brauchen dann vielleicht noch „Fibre-to-the-desk“ (FTTD), also Glasfaser bis an den Schreibtisch. Für Privathaushalte ist das aber meistens nicht notwendig.ran

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