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Bildung

Land gibt kein Geld mehr für Ganztagsschulen

Von Saskia Döhner

Wenn Kinder mit ausländischen Wurzeln oder aus sozial schwachen Familien besser integriert werden sollen, setzen Bildungsexperten und zunehmend auch Politiker gern auf das Heil der Ganztagsschule. Die Schulen in Niedersachsen, die im nächsten Schuljahr Ganztagsschulen werden wollen, müssen dies aber allein aus eigener Kraft werden.

Das Land wird ihnen – anders als bisher – weder Geld noch zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung stellen. „Ein Skandal“, schimpft SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt. Sie verweist auf einen Vermerk des Kultusministeriums, in dem es heißt: „Auch zum Schuljahr 2011/2012 werden Anträge genehmigt werden können, aber ohne zusätzliche Personalressourcen.“ Eine Ganztagsschule ohne zusätzliche Mittel, das sei wie Strudel ohne Apfel, meint Heiligenstadt. „Eine Ganztagsschule ohne Mittel kann sich ein Türschild an die Pforte nageln, und das war es.“

Die Regierung rühme sich dafür, dass sie seit 2003 insgesamt 1178 Ganztagsschulen bewilligt habe, kritisiert die SPD-Politikerin, aber sie verschweige, dass davon nur 407 Schulen vollständig mit Lehrerstunden ausgestattet seien, während 771 nur einen begrenzten Zuschlag erhalten hätten.

Die Oppositionsparteien bemängeln seit Langem, dass es in Niedersachsen keine echten Ganztagsschulen, sondern nur eine Light-Version gibt. Die sogenannte offene Ganztagsschule hält an drei Nachmittagen in der Woche ein freiwilliges Angebot für die Schüler bereit, die Eltern entscheiden entweder jeweils für ein Halbjahr oder für das gesamte Schuljahr, ob ihre Kinder daran teilnehmen. Die Nachmittagskurse werden meist in Kooperation mit anderen Partnern wie Sportvereinen oder Musikschulen angeboten. Sogenannte gebundene Ganztagsschulen sind hingegen verpflichtend, dort gibt es nachmittags auch Unterricht.

Das Kultusministerium verweist darauf, dass offene Ganztagsschulen eigentlich auch ohne zusätzliches Mittel funktionieren könnten. Zudem bleibe es Ziel, die Schulen nach und nach mit Lehrerstunden zu versorgen. Dies sei schon in den Vorjahren gängige Praxis gewesen.

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