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Landesamt warnte früh vor Wasser

Asse Landesamt warnte früh vor Wasser

Das Niedersächsische Landesamt für Bodenschutz (NLFB) hatte schon frühzeitig Sorge um die Sicherheit im Atommülllager Asse. In einer Stellungnahme von 1980 üben die Geologen deutliche Kritik an einem Gutachten des damaligen Betreibers, der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF).

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Das Niedersächsische Landesamt für Bodenschutz (NLFB) sorgte sich schon früh um die Sicherheit im Atommülllager Asse.

Quelle: ddp

Die Fachleute werfen der GSF vor, die Standfestigkeit des früheren Salzbergwerks Asse zu positiv zu beurteilen und ein kritisches Gutachten außer Acht zu lassen. Darin hatte der Wasserbauingenieur Helge Jürgens bereits 1979 eindringlich vor einem Absaufen der Grube gewarnt. „Dieser Bericht sollte doch die GSF veranlassen, die mögliche Gefährdung sorgfältiger und fundierter darzustellen“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Befürchtungen Jürgens’ haben sich inzwischen bestätigt. Seit 1988 dringt Wasser in die Asse ein, das Bergwerk droht tatsächlich abzusaufen. Derzeit werden Schließungsmöglichkeiten für das Lager überprüft.

Die NLFB-Wissenschaftler bemängelten in ihrer Stellungnahme weiter, dass das GSF einen Wasserzulauf grundsätzlich ausschloss, der Betreiber selbst aber nur noch von einer Standfestigkeit der Grube von zehn Jahren ausging. Die Folgen eines „Absaufstörfalls“, die befürchtete Zerstörung des Carnalititgesteins und damit die Gefährdung der Standsicherheit, müssten wesentlich detaillierter dargestellt werden, forderten sie, zumal dadurch Radioaktivität in die Biosphäre gelangen könne.

Nach Überzeugung der Opposition im Landtag ist in der Asse leichtfertig mit radioaktiven Abfällen umgegangen und eine Gesundheitsgefährdung der Bergleute in Kauf genommen worden. Das gehe aus der Befragung von Bergleuten im Asse-Untersuchungsausschuss in Hannover hervor, sagte SPD-Obmann Detlef Tanke am Donnerstag. Der ehemalige Bergmann Robert Ahrens berichtete, die Bergleute seien nicht immer verpflichtet gewesen, unter Tage Messgeräte zum Strahlenschutz zu tragen. Zudem hätten in einem Zeitraum von mehreren Jahren „zwei- oder dreimal“ Gabelstaplerfahrer für eine gewisse Zeit anderweitig beschäftigt werden müssen, um ihre Strahlenbelastung zu verringern. Auch Atommüllfässer wiesen nach seinen Aussagen bei der Einlagerung teils erhöhte Strahlung auf. Das sei aber selten vorgekommen, sagte Ahrens.

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Von Redakteur Margit Kautenburger

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