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Niedersachsen Landesbergamtschef Pospich tritt zurück
Nachrichten Politik Niedersachsen Landesbergamtschef Pospich tritt zurück
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00:15 28.11.2013
Von Klaus von der Brelie
Ralf Pospich (l.), hier mit Niedersachsens ehemaligem Wirtschaftsminister Jörg Bode, ist am Montagabend zurückgetreten. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Der Ölunfall im ostfriesischen Etzel hat personelle Konsequenzen. Mit Ralf Pospich muss der Chefaufklärer der Umweltkatastrophe vom vorvergangenen Sonntag seinen Hut nehmen. Entsprechende Informationen der HAZ bestätigte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Montagabend in Hannover. Pospich, seit Februar 2012 Präsident des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und damit primär zuständig für die Bewältigung des Unfalls, habe im Einvernehmen mit dem Ministerium seinen Rücktritt erklärt. Er übernehme Verantwortung für Defizite im Krisenmanagement nach dem Austritt von 40.000 Litern Rohöl aus dem Kavernenspeicher.

Der Rücktritt  hatte sich bereits angedeutet. Am Sonnabend hatte Wirtschaftsminister Olaf Lies dem LBEG das Krisenmanagement entzogen. Offenbar war der SPD-Politiker unzufrieden damit, wie die Behörde mit dem Unfall in seinem Wahlkreis umging. Eine Woche zuvor war zufällig aufgefallen, dass in der Anlage des Betreibers IVG Caverns mindestens 40.000 Liter Rohöl aus einem offen stehenden Entlüftungsventil ausgetreten waren. In der Folge wurden Gewässer über zehn Kilometer Länge mit Öl verunreinigt. Hunderte freiwillige Helfer konnten eine Verschmutzung des Wattenmeeres in letzter Minute verhindern.

Der Unfall war am Montag auch Thema im Umweltausschuss im Landtag. Der zuständige Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium erklärte, man habe das LBEG angewiesen, dem Betreiber strenge Auflagen zu erteilen. IVG Caverns müsse technische Systeme nachrüsten, die ein schnelles Erkennen von Ölaustritten erlauben. Außerdem muss der Betreiber so lange die Kontrollen seiner Betriebsplätze verstärken. Außerdem würden jetzt alle unterirdischen Kavernenspeicher auf ihre Schutzmechanismen gegen den Austritt von wassergefährdenden Stoffen kontrolliert. Davon gibt es in Niedersachsen etwa 100.

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