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Meyer will streunende Katzen retten

Abschussverbot Meyer will streunende Katzen retten

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer plant, Jägern das Abschießen streunender Katzen und Hunde zu verbieten. Derzeit dürfen streunende Katzen, insofern sie mehr als 300 Meter vom nächsten Haus beim Wildern erwischt werden, zur Strecke gebracht werden.

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Streuende Katzen soll künftig nicht mehr zum Abschuss freigegeben sein.

Quelle: dpa

Hannover. Hunde wiederum dürfen erlegt werden, insofern sie wildern und kein Herrchen oder Frauchen in der Nähe zu finden ist. Niedersachsens Landesjägerschaft lehnt Meyers Pläne dagegen ab. „Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat eine große Skepsis, ob das Schießen von Hunden und Katzen weiter notwendig ist“, erklärte sein Sprecher auf Anfrage. Stattdessen habe er „Sympathien für Regelungen wie in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg“. Dort wollen die von SPD und Grünen geführten Landesregierungen ab 2015 das Schießen von Haustieren grundsätzlich verbieten und nur in Ausnahmefällen zulassen. Die Gesetze sind gerade in der Abstimmung. Auch Meyer hatte bereits eine Novelle des Jagdgesetzes angekündigt, die Beratungen dafür seien aber erst für 2015 oder 2016 geplant, sagte sein Sprecher.

Es sei richtig, Jägern zu gestatten, Katzen und Hunde zu erlegen, meint dagegen Florian Rölfing, Sprecher der Landesjägerschaft Niedersachsen. „Die bisherige Regelung ist aus unserer Sicht absolut beizubehalten“, sagte er. Nach Schätzungen des Jagdverbands gibt es in Deutschland zwei Millionen verwilderte Katzen, denen jährlich etwa sechs Millionen Singvögel zum Opfer fielen. Die Landesjägerschaft in Nordrhein-Westfalen schätzt sogar, dass jeder streunenden Katze im Jahr bis zu 1000 Kleintiere zum Opfer fallen. Zwischen Rhein und Weser wurden allein im vergangenen Jahr 7600 Katzen und 51 Hunde von Jägern erlegt. In Niedersachsen werden die Zahlen nicht erfasst.

Vera Steder, Vorsitzende des Landesverbands Niedersachsen des Deutschen Tierschutzbunds, befürwortet dagegen ein Abschussverbot: „Das fordern wir schon seit Jahrzehnten.“ Hunde und Katzen seien kein jagbares Wild und gehörten daher auch nicht ins Jagdrecht. Das Tierschutzgesetz wiederum verbiete das grundlose Töten von Tieren.

Steder widerspricht auch der Einschätzung, dass frei laufende Katzen eine große Gefahr für Vögel seien. „Man hat die Mageninhalte von frei laufenden Katzen und Katern untersucht: Vögel machten dabei nur einen kleinen Teil aus“, so die Verbandsvorsitzende. Das sei auch nicht verwunderlich, streunende Katzen hielten sich in der Regel in der Nähe von Menschenansiedlungen auf und ernährten sich aus Abfällen.

Verwilderte Katzen gelten bereits seit Jahren als Problem in Niedersachsen. Die Landesregierung finanziert seit 2012 ein Modellprojekt in Verden, bei dem streunende Katzen eingesammelt und kastriert werden. Das Projekt läuft noch bis 2015, die Ergebnisse sollen ebenfalls in das Gesetz einfließen.

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